
Er aber sagte nur: "Ja freilich."
Nach einem Weilchen sagte er aber doch: "Wenn Ihr wollt, fahre ich Euch mit meinem Schlitten." — "Tut das, bitte", sagte K. erfreut, "wieviel verlangt Ihr dafür?" — "Nichts", sagte der Mann. K. wunderte sich sehr. "Ihr seid doch der Landvermesser", sagte der Mann erklärend, "und gehört zum Schloß. Wohin wollt Ihr denn fahren?" — "Ins Schloß", sagte K. schnell. "Dann fahre ich nicht", sagte der Mann sofort. "Ich gehöre doch zum Schloß", sagte K., des Mannes eigene Worte wiederholend. "Mag sein", sagte der Mann abweisend. "Dann fahrt mich also zum Wirtshaus", sagte K. "Gut", sagte der Mann, "ich komme gleich mit dem Schlitten." Das Ganze machte nicht den Eindruck besonderer Freundlichkeit, sondern eher den einer Art sehr eigensüchtigen, ängstlichen, fast pedantischen Bestrebens, K. von dem Platz vor dem Hause wegzuschaffen. Das Hoftor öffnete sich, und ein kleiner Schlitten für leichte Lasten, ganz flach, ohne irgendwelchen Sitz, von einem schwachen Pferdchen gezogen, kam hervor, dahinter der Mann, gebückt, schwach, hinkend, mit magerem, rotem, verschnupftem Gesicht, das besonders klein erschien durch einen fest um den Kopf gewickelten Wollschal. Der Mann war sichtlich krank und nur, um K. wegbefördern zu können, war er doch hervorgekommen. K. erwähnte etwas Derartiges, aber der Mann winkte ab. Nur daß er der Fuhrmann Gerstäcker war, erfuhr K., und daß er diesen unbequemen Schlitten genommen habe, weil er gerade bereitstand und das Hervorziehen eines anderen zuviel Zeit gebraucht hätte. "Setzt Euch", sagte er und zeigte mit der Peitsche hinten auf den Schlitten. "Ich werde mich neben Euch setzen", sagte K. "Ich werde gehen", sagte Gerstäcker. "Warum denn?" fragte K. "Ich werde gehen", wiederholte Gerstäcker und bekam einen Hustenanfall, der ihn so schüttelte, daß er die Beine in den Schnee stemmen und mit den Händen den Schlittenrand halten mußte. K. sagte nichts weiter, setzte sich hinten auf den Schlitten, der Husten beruhigte sich langsam und sie fuhren.
