
Capitan Torres wartete auf ihn. Er führte ihn in einen Raum voller Uniformen.
»Wollen mal sehen«, sagte er, »wie die Ihnen passen.«
Er probierte mehrere an, und alle paßten ihm tatsächlich wie angegossen. Weil er ja exakt die gleiche Figur hatte wie Colonel Bolivar.
»Perfekt«, erklärte Capitan Torres. »Und jetzt nehmen wir Ihnen den Bart ab.«
Er führte ihn zu einem Stuhl und ließ ihn sich dort setzen, dann holte er Rasierzeug und begann Eddie zu rasieren. Dabei dachte er für sich: Wenn wir mit dieser Scharade fertig sind, könnte ich ihm die Kehle durchschneiden. Oder vielleicht erschieße ich ihn doch lieber. Ach was, das kann ich mir immer noch überlegen, wenn es soweit ist.
Als der Bart ab war, sah sich Capitan Torres total dem Gesicht von Colonel Bolivar gegenüber. Und er dachte: Das ist einfach unglaublich.
»Sie könnten Zwillinge sein!«
»Glaube ich eher nicht«, meinte Eddie. »Meine Mutter ist aus Chicago, wissen Sie.«
»Na schön«, sagte Capitan Torres, »also dann muß ich Ihnen jetzt beibringen, wie der Colonel geht und spricht.«
In diesem Augenblick kam Colonel Bolivar herein. Auch er starrte wieder verblüfft auf Eddie. »Das bin ich, wie ich leibe und lebe«, sagte er. »Unfaßbar. Zeigen Sie mir mal, wie Sie gehen.«
Eddie ging quer durch den Raum.
»Nein, nein, nein!« dröhnte Colonel Bolivar nun jedoch sofort. »Schauen Sie, so!«
Eddie sah zu, wie der Colonel durch den Raum schritt, fast, als marschierte er.
»So gehe ich. Können Sie das?«
»Ich kann jeden imitieren«, versicherte Eddie selbstbewußt. »Schließlich bin ich Schauspieler.«
Sie beobachteten ihn, wie er versuchte, den Gang des Diktators zu imitieren.
»Schon besser«, nickte Colonel Bolivar, »aber noch nicht perfekt.«
Er zeigte es ihm noch einmal. »So müssen Sie gehen.«
