Colonel Bolivar ging zu einem in die Wand eingelassenen Safe, öffnete ihn, nahm hunderttausend Dollar heraus, kam wieder zu Eddie und gab sie ihm.

»Hier«, sagte er, »Ihr Honorar im voraus. Nehmen Sie jetzt an?«

In Eddies Kopf drehte sich alles. Er dachte daran, was er alles mit dem Geld für sich und für Mary und für das Baby kaufen könnte.

»Ja«, sagte er erregt, »natürlich. Ich mache es.«

Colonel Bolivar gab ihm die Hand. »Gut. Dann ist es also abgemacht.«

»Toll«, sagte Eddie, »dann fahre ich jetzt zurück in mein Hotel und hole dort meine Sachen und -«

»Sie brauchen nichts«, erklärte ihm Colonel Bolivar. »Sie tragen meine Sachen und meine Uniformen. Sie passen Ihnen ja auch wie angegossen.«

»Ja, aber ich muß doch meiner Truppe sagen, daß ich sie verlasse. Ich kann doch nicht einfach verschwinden ...«

»Machen Sie sich darüber keine Sorgen«, sagte Capitan Tor-res. »Darum kümmere ich mich«, log er.

»Oh, sehr freundlich!« sagte Eddie. »Und wann soll es losgehen?«

»Es ist schon losgegangen.« Colonel Bolivar lächelte ihn an. »Ich glaube, die Rolle wird Ihnen gut gefallen.«

»Da bin ich ganz sicher«, nickte Eddie.

Colonel Bolivar deutete auf eine Tür. »Dort drinnen sind meine Kleider. Sehen Sie sich doch schon einmal um.«

»Vielen Dank.«

Sie sahen ihm hinterher, wie er durch die Tür in das Schlafzimmer verschwand.

Dann wandte Colonel Bolivar sich an Capitan Torres. »Wenn ich aus dem Krankenhaus zurückkomme, nehmen Sie ihm die hunderttausend Dollar wieder ab und bringen ihn unauffällig um.«

2. Kapitel

Eddie Davis ging wie auf Wolken. Er hatte hunderttausend Dollar - mehr als er in seinem ganzen Leben jemals zu besitzen hatte träumen können! - und die Chance, die größte Rolle seiner Karriere zu spielen! Er würde alle Welt glauben machen, er sei der Diktator Bolivar! Es war eine große Aufgabe, der er sich jedoch absolut gewachsen fühlte.



11 из 131