
Eddie Davis kam in sein Büro.
»Hallo, Eddie!« sagte Johnson. »Was kann ich für Sie tun?«
»Sie können mir ein Engagement verschaffen«, sagte Eddie Davis. »Dafür sind Sie schließlich da als Agent.«
Johnson setzte sich zurück und musterte ihn. »Ich muß Ihnen wohl mal die Wahrheit sagen«, erklärte er ihm. »Sie sind einfach nicht gefragt.«
»Gefragt« im Schaugeschäft bedeutet, daß einen alle haben wollen und daß Produzenten und Regisseure ganz wild darauf sind, einen für einen Film oder ein Fernsehprogramm zu engagieren.
»Jetzt passen Sie mal auf«, sagte Eddie Davis, »ich rede jetzt auch ganz offen mit Ihnen. Mary bekommt ein Baby. Wir sind mit sämtlichen Rechnungen im Rückstand.« Er war den Tränen nahe. »Ich weiß nicht mehr, was ich machen soll.«
Johnson seufzte. »Es sieht schlecht aus zur Zeit, Eddie. Ich würde Ihnen ja gerne helfen, aber -« Da fiel ihm plötzlich etwas ein. »Warten Sie, da ist eine Gastspielreise. Eine Truppe geht mit My Fair Lady auf Südamerikatournee. Eine kleine Rolle ist noch nicht besetzt. Wenn Sie die haben wollen? Die Tournee dauert sechs Wochen.«
»Südamerika?« sagte Eddie.
»Richtig. Als erstes ein kleines Land, das heißt Amador. Gleich neben Kolumbien.«
Eddie Davis war nicht so begeistert. Jetzt, kurz bevor Mary das Baby bekam, sollte er bis nach Südamerika? Andererseits hatte er gar keine andere Wahl. Sechs Wochen Verdienst, das löste immerhin ihre vordringlichsten Probleme.
»Ich nehme es«, sagte er.
Johnson sagte: »Dann will ich mal telefonieren.«
Als er danach wieder auflegte, wandte er sich Eddie zu und lächelte: »Alles klar. Sie haben die Rolle. Fünfhundert Dollar die Woche.«
Eddie überschlug rasch die Gesamtsumme. Fünfhundert pro Woche, sechs lange Wochen lang, das machte dreitausend Dollar. Ein Vermögen war es nicht gerade, aber er konnte ein paar Rechnungen damit bezahlen.
