Er stand auf. »Danke«, sagte er.

Jetzt mußte er Mary die Neuigkeit mitteilen.

»Amador?« rief Mary ungläubig. »Nach Südamerika fährst du? Und läßt mich hier allein, wenn ich das Baby bekomme?«

»Nein, Schatz«, sagte Eddie und besänftigte sie, »ich bin rechtzeitig wieder zurück. Meinst du etwa, ich mache das gerne? Ich tue es schließlich für dich und für das Baby! Mit dem Geld kommen wir wieder auf die Füße!«

»Ja, ich weiß, daß ich dumm bin«, sagte Mary, »aber du wirst mir so sehr fehlen.«

»Du mir doch auch, Schatz. Ich werde jede Minute an dich denken.«

»Wann mußt du los?« fragte Mary.

»Morgen früh.«

»So bald schon?«

»Ja. Der einzige Grund, warum ich die Rolle in letzter Minute bekam, war, daß jemand aus der Truppe krank wurde. Es sieht so aus, als sei meine Pechsträhne zu Ende.«

Am nächsten Morgen nahm Eddie ein Taxi zum Flughafen. Dort war die gesamte Tourneegruppe bereits versammelt und reisefertig. Eddie stellte sich allen vor.

»Ich war noch nie in Amador«, sagte die Hauptdarstellerin. »Das wird hochinteressant werden.«

»Ganz bestimmt«, sagte Eddie.

Er konnte nicht ahnen, wie hochinteressant und aufregend es tatsächlich werden sollte.

Amador ist ein kleines Land in Südamerika zwischen Kolumbien und Bolivien. Es wurde zu dieser Zeit regiert von einem brutalen Diktator namens Colonel Ramon Bolivar. Er war ein kleiner, dunkelhaariger Mann mit braunen Augen und dicken Brauen. Das Volk haßte ihn, aber er war so mächtig, daß es nichts gegen ihn unternehmen konnte. Er hatte keine Opposition, weil er seine Gegner entweder ins Gefängnis warf oder gleich umbringen ließ.

Mehrere Gruppen hatten schon Mordanschläge gegen Colonel Bolivar versucht. Er eignete sich Land an, konfiszierte den Leuten ihre Häuser, vergewaltigte die Frauen und hielt das Volk in Not und Hunger, während er immer reicher wurde. Er besaß wirklich große Macht. Und er liebte es auch, mächtig zu sein.



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