
»Was ist los? Ihr seht mich alle an, als wäre irgendetwas passiert«, sagte Mike, während er sich dem Tisch näherte. Sein Blick blieb an einer dampfenden Kanne hängen, aus der es verlockend nach frischgebrühtem Tee roch. Trautman griff kommentarlos nach ihr, schenkte eine Tasse ein und drückte sie Mike in die Hand, während sich dieser setzte. Mike nahm sie dankbar entgegen, nippte vorsichtig an dem heißen Getränk und schloß die Hände um die Tasse, um die Wärme zu genießen, die das Porzellan ausstrahlte. »Ich möchte nur wissen, was du dort draußen suchst«, sagte Ben. »Die Insel ist leer. Hier lebt garantiert niemand mehr. «
»Und wer hat den Funkspruch geschickt, den wir aufgefangen haben?«
Ben machte eine wegwerfende Geste. »Das ist mittlerweile eine Woche her«, sagte er. »Seitdem haben wir nichts mehr gehört. Wahrscheinlich sind sie längst erfroren. Und selbst wenn nicht - wir sind ja nicht einmal ganz sicher, ob die Koordinaten stimmen. « Zumindest in diesem Punkt mußte ihm Mike beipflichten, auch wenn er nicht in der Stimmung war, dies laut zu tun. Der Funkspruch, den Singh aufgefangen hatte, war verstümmelt gewesen. Sie hatten nur die ungefähren Längen-und Breitengrade schätzen können und waren mehr oder weniger auf gut Glück losgefahren, und diese Insel im ewigen Eis hatten sie erst nach beinahe einer Woche gefunden. Trotzdem widersprach er: »Das Boot auf dem Strand -«
»-kann seit zwanzig Jahren dort liegen«, unterbrach ihn Ben. Er schüttelte heftig den Kopf. »Wenn ihr mich fragt, ist es vollkommen sinnlos, länger hierzubleiben. Selbst wenn es die richtige Insel ist, sind sie garantiert schon tot: Hier ist es so kalt, daß niemand eine Woche unter freiem Himmel durchhält. « »Vielleicht haben sie sich weiter ins Innere zurückgezogen«, sagte Mike störrisch. »Die Insel muß sehr groß sein. «
