»Ja, Sir, bitte vielmals um Entschuldigung, Sir«, sagte der Barkeeper gutmütig. Er mixte den Drink sorgfältig, mußte dabei aber ständig an den asiatischen Jäger und sein amerikanisches Opfer denken. Wer von den beiden würde es schaffen? Wie würde die Jagd ausgehen?

Der Mann an der Bar schien seine Gedanken gelesen zu haben. »Ich wette drei zu eins«, sagte er.

»Auf wen?«

»Auf die Kleine.«

Der Barkeeper zögerte, dann lächelte er, schüttelte den Kopf und servierte den Drink. »Ich würde sagen, fünf zu eins. Die junge Dame scheint mir nicht auf den Kopf gefallen zu sein.«

»Gemacht«, sagte der Mann, der auch nicht auf den Kopf gefallen war. Er träufelte einen winzigen Tropfen Öl in seinen Drink.

Caroline rannte mit langen Schritten vorbei an der billigen Pracht der Lexington Avenue, ihren Zobelmantel unter den Arm geklemmt. Sie kämpfte sich durch eine Menschenmenge, die die öffentliche Hinrichtung eines kleinen Strauchdiebes an dem großen Granitpfahl, Ecke Neunundsechzigste und Park, beobachtete. Niemand nahm von Caroline Notiz; die Menge starrte auf den unglückseligen Verbrecher, einen Tölpel aus Hoboken mit einer verräterischen Hershey-Zeitung zu seinen Füßen und schokoladenbeschmierten Fingern.

Mit steineren Gesichtern hörten sie seine fadenscheinigen Ausflüchte, sein pathetisches Flehen. Und sie sahen, wie sein Gesicht aschfahl wurde, als zwei Henker ihn an Armen und Beinen packten und ihn hoch in die Luft hoben, um ihn auf den Pfahl der Missetäter zu stürzen. Die vor kurzem eingeführten Hinrichtungen unter freiem Himmel fanden reges Interesse (»Es gibt nichts, dessen wir uns zu schämen brauchten!«) und hatten den voraussagbaren mörderischen Possen von Jägern und Opfern in der Publikumsgunst den Rang abgelaufen.



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