„Ich bin krank, öffnen Sie schnell“, antwortete Surita.

„Kranke klopfen nicht so“, entgegnete ruhig die Stimme hinter dem Guckloch. „Der Arzt empfängt nicht.“

„Er untersteht sich, einem Kranken die Hilfe zu verweigern?“ Surita erregte sich.

Die Klappe fiel ins Schloß, Schritte entfernten sich. Nur die Hunde bellten heftig weiter.

Nachdem Surita seinen ganzen Vorrat an Schimpfwörtern verbraucht hatte, kehrte er auf den Schoner zurück.

Sollte er sich über Salvator in Buenos Aires beschweren? Aber bei wem? Surita bebte vor Zorn. Vor Aufregung zerrte er so lange an seinem dichten schwarzen Schnurrbart, bis die Bartspitzen herabhingen wie die Zeiger eines Barometers bei fallendem Luftdruck.

Allmählich beruhigte er sich wieder und überlegte, was nun zu unternehmen wäre. Je weiter seine Überlegungen gediehen, desto häufiger wirbelten die sonnengebräunten Finger den zerzausten Schnurrbart nach oben. Das Barometer stieg.

Schließlich ging er an Deck und gab überraschend für alle den Befehl, die Anker zu lichten. Die „Meduse“ nahm Kurs auf Buenos Aires.

„Gut“, sagte sich Balthasar, „wir haben viel Zeit vertrödelt. Der Satan hol diesen Teufel zusammen mit dem Wunderarzt.“

Die kranke Enkelin

Die Sonne brannte erbarmungslos. Auf dem staubigen Weg, vorbei an fruchtbaren Weizen-, Maisund Haferfeldern, ging ein alter erschöpfter Indianer. Auf den Armen trug er ein krankes Kind. Es war in eine zerschlissene Decke gebettet, die vor den sengenden Sonnenstrahlen schützen sollte. Die Augen des Kindes waren halb geöffnet. An seinem Hals wucherte eine große Geschwulst. Von Zeit zu Zeit, wenn der Alte stolperte, stöhnte es heiser auf und hob kurz die Augenlider. Der Alte hielt an, und besorgt fächelte er das Kind, um ihm etwas Kühlung zu verschaffen.

Wenn ich es nur lebend hinbringe, flüsterte er, seine Schritte beschleunigend.



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