Plötzlich sah Christo zwischen den Wasserpflanzen ein menschenähnliches Wesen hervorkriechen. Es hatte riesige, hervorquellende Augen und froschähnliche Tatzen. Sein Körper war mit silbrigblau schimmernden Schuppen bedeckt. Schnell und gewandt schwamm das Geschöpf der Glaswand entgegen, nickte Salvator kurz zu, betrat rasch eine ausgebaute Glasschleuse und schlug eilig die Tür hinter sich zu. Das eingedrungene Wasser floß in der Schleuse wieder ab. Der Unbekannte öffnete die zweite Tür und betrat die Höhle.

„Nimm die Brille und die Handschuhe ab“, sagte Salvator. Gehorsam befreite sich das Wesen von den Utensilien. Christo erblickte einen schlanken schönen Jüngling.

„Macht euch bekannt: Ichtiander, Fischmensch, oder besser Amphibienmensch, auch Meerteufel genannt.“ So stellte Salvator den Jüngling vor.

Freundlich lächelnd reichte dieser dem Indianer die Hand und sagte auf Spanisch „Guten Tag“.

Christo drückte schweigend die ihm dargebotene Rechte, Vor Verblüffung konnte er kein Wort sprechen.

„Ichtianders Diener, der Neger, ist erkrankt“, fuhr Salvator fort. „Ich lasse dich einige Tage hier bei Ichtiander. Wenn du mit deinen neuen Pflichten gut zurechtkommst, könntest du Ichtianders ständiger Diener werden.“

Christo nickte schweigend.

Ichtianders Tag

Es war kurz vor Anbruch des Tages, noch tief dunkel.

Die Luft, warm und feucht, ging schwanger mit dem betäubenden Duft zahlloser Blüten. Kein Blättchen regte sich. Ringsum Stille. Unter leichten Tritten knirschte leise der Sand. Ichtiander spazierte über den Gartenweg. An seinem Gürtel hingen Dolch, Brille und die Schwimmflossen, schwangen bei jedem Schritt rhythmisch hin und her.



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