Der Weg war kaum erkennbar. Bäume und Sträucher bildeten schwarze, formlose Flecke. Von den Wasserbecken stiegen Nebelschwaden. Manchmal streifte Ichtiander einen Zweig. Der Tau benetzte seine Haare und heißen Wangen.

Der Weg bog scharf nach rechts ab und führte nun abwärts. Die Luft wurde feuchter und frischer, Als Ichtiander Steinplatten unter den Füßen fühlte, verlangsamte er seinen Gang und blieb schließlich stehen. Ohne Eile setzte er seine große Brille mit den dicken Gläsern auf und zog die Schwimmflossen über Füße und Hände. Er stieß kräftig die Luft aus der Lunge und tauchte mit einem geschmeidigen Sprung tief in das Bassin. Angenehm frisch umspülte das Wasser seinen Körper und drang kühl durch seine Kiemen. Die Kiemenspalten begannen sich rhythmisch zu bewegen — der Mensch hatte sich in einen Fisch verwandelt. Ichtiander benötigte nur ein paar kräftige Armbewegungen, um den Boden des Bassins zu erreichen.

Vollkommen sicher schwamm der Jüngling durch das Dunkel. Er ertastete einen in die Bassinwand eingelassenen eisernen Ring, dann den zweiten, den dritten, und gelangte so zu dem wassergefüllten Tunnel. Zuerst schwamm Ichtiander am Grunde, bis er die eindringende kalte Gegenströmung überwunden hatte. Dann stieß er sich vom Boden ab und schwamm aufwärts mit dem Gefühl, als würde er in eine Badewanne eintauchen. Der Oberlauf der Wasserbecken im Garten mündete in diesen Tunnel, so daß sonnenwarmes Wasser in den oberen Schichten des Tunnels zum offenen Meer strömte.

Ichtiander legte sich auf den Rücken, kreuzte die Arme vor der Brust und ließ sich, Kopf voran, treiben.

Bald war das Ende des Tunnels erreicht. Kurz vor dem Ausfluß ins Meer strömte aus einer Felsspalte unter starkem Druck eine heiße Quelle hervor. In ihren Strudeln tanzten Kieselsteinchen und kleine Muscheln.



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