
Rundum bizarre Wasserpflanzen, deren Farbenpracht in der Tiefe schwerlich auszumachen war. Es stürmte und gewitterte noch immer, Manchmal ertönte dumpf ein Donner. Ichtiander sah empor.
Warum ist es so plötzlich dunkel geworden? Direkt über dem Kopf des Amphibienmenschen wurde ein dunkler Fleck sichtbar. Was mochte das sein? Ichtiander beschloß aufzutauchen und sich umzusehen. Vorsichtig glitt er an der steilen Wand empor, dem dunklen Fleck zu. Ein Riesenalbatros hatte sich auf dem Wasser niedergelassen. Die orangefarbenen Beine baumelten greifbar über Ichtianders Kopf.
Der erschreckte Vogel breitete seine riesigen Flügel aus und flog auf, Ichtiander mit empor ziehend. Doch der Albatros schaffte die Last nicht, stürzte aufs Wasser zurück, bedeckte den Jüngling mit seiner weich gefiederten Brust.
Die Gefahr, daß der Sturmvogel mit seinem großen roten Schnabel auf ihn einhackte, war groß. So tauchte der Amphibienmensch rasch weg und kam nach einigen Sekunden an anderer Stelle wieder empor. Der Albatros entschwand in Richtung Osten hinter den Wellenbergen der entfesselten See.
Ichtiander lag auf dem Rücken. Das Unwetter war abgezogen. Der Donner grollte noch im Osten, Aber es goß wie aus Eimern. Der Jüngling hob sich halb aus dem Wasser und sah sich um. Er befand sich gerade auf dem Kamm einer der größten Wellen. Um ihn waren Himmel, Wasser, Wind, Wolken und strömender Regen, alles vermischte sich zu einem tosenden, wirbelnden, brüllenden Knäuel. Die Gischt kräuselte und schlängelte sich auf den Wellenkämmen. Ungestüm türmten sich Wellen, stürzten wie Lawinen herab. Regen peitschte, der entfesselte Wind tobte.
Was die Menschen in Furcht versetzte, erfreute Ichtiander. Natürlich mußte er auch vorsichtig sein, daß kein Wellenberg auf ihn herabstürzte. Aber Ichtiander vermochte sich wie ein Fisch zu orientieren. Er wußte, daß sich zuerst die kleinen Wellen beruhigten, dann die großen. Er liebte es, in der Brandung herumzutoben, aber er war achtsam.
