Der furchtlose Vogel Palamedea flog singend den Gewitterwolken entgegen. Die Fischerboote, Schoner und prächtige Jachten mit vollen Segeln dagegen hasteten dem Hafen zu, um sich in Sicherheit zu bringen.

Auch Ichtiander beschloß, zu seiner Untiefe zurückzukehren. Durch die grünlichen Wasserschichten war die Sonne nur noch als fahler hohler Fleck zu erkennen. Aber das genügte, die Richtung zu peilen. Er mußte sein Ziel erreichen, bevor eine Wolke die Sonne verdeckte. In der Dunkelheit konnte er sein Riff nicht mehr finden.

Mit kräftigen Schwimmbewegungen, wie ein Frosch glitt Ichtiander durch das Wasser. Von Zeit zu Zeit drehte er sich auf den Rücken und kontrollierte den Kurs nach dem schwächer werdenden Lichtschimmer in der blaugrünen Dämmerung. Dann wieder hielt er aufmerksam Ausschau nach vorn, nach dem Meer. Er spürte an Haut und Kiemen, wie sich das Wasser schließlich veränderte: In der Nähe der Untiefe wurde es spritziger, salziger und sauerstoffreicher. Er erkannte das Wasser am Geschmack, wie ein alter erfahrener Seemann, der auf offenem Meer die Nähe des Landes spürt.

Allmählich wurde es heller, rechts und links schimmerten die altvertrauten Konturen der Klippen und Riffe. Dazwischen das kleine Plateau mit der Steinwand. Ichtiander nannte diesen Platz seine Unterwasserbucht. Hier war es ruhig, auch während der größten Stürme.

In dieser stillen Bucht hatten Unmengen von Fischen Zuflucht gesucht. Kleine dunkle mit gelben Querstreifen, rote, hellblaue, dunkelblaue. Sie verschwanden ebenso plötzlich, wie sie unerwartet an der gleichen Stelle wieder auftauchten.

Das Frühstück war längst fällig. Ichtiander schwamm zur Austernbank neben der steilem Felswand und klaubte die Tierchen aus den Muscheln. Er war daran gewöhnt, im Wasser zu essen: Wenn er ein Stück in den Mund geschoben hatte, stieß er geschickt das Wasser aus den halbgeöffneten Kiemen.



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