Die wilde Gischt wirft nach jedem Sturm Unmengen von Wasserpflanzen und Getier auf den Strand: Medusen, Krebse, Seesterne und manchmal sogar einen unvorsichtigen Delphin. Die Medusen gehen sehr schnell zugrunde. Einige Fische, zuckend und sich aufbäumend mit letzter Kraftanstrengung, gelangen zwar ins Wasser, doch sehr viele von ihnen verenden. Die Krabben erreichen fast sämtlich wieder das Meer. Manche kriechen sogar wieder an Land, um sich an den Opfern der Brandung vollzufressen.

Stundenlang streifte Ichtiander am Strand umher, um zu retten, was noch zu retten war. Er freute sich, wenn er sah, wie ins Wasser geworfene Fische fortschwammen und mit dem Schwanz schlugen, manche halbverdurstete, nur noch auf der Seite oder rücklings treibend wieder auflebten.

Gewöhnlich schwamm Ichtiander zur Bucht und zurück in tieferen Strömungen. Aber heute wollte er nicht mehr tauchen, hielt sich flach unter Wasser. Dunkle Wellen umgaben ihn wie dunkelgraue Schatten im Schimmer der letzten Sonnenstrahlen.

Die abendliche Finsternis ist ohne Schrecken, Niemand greift um diese Zeit an. Die Räuber des Tages sind längst verschwunden, die nächtlichen noch nicht zur Jagd ausgezogen.

Ichtiander erreichte die nördliche Strömung, die nahe der Oberfläche dahinfließt. Ein leichtes Auf und Ab im langsamen Fluß vom heißen Norden zum kalten Süden. Wesentlich tiefer verläuft das kalte Gegenwasser. Ichtiander bediente sich oft dieser Strömungen, wenn er über längere Strekken am Ufer entlangschwamm.

Heute ist er weit in nördliche Richtung gelangt. Die warme Strömung trägt ihn bis zum Tunnel. Er darf jetzt nicht einschlafen und am Ziel vorbeitreiben, wie es ihm schon einmal geschah. Er legte seine Arme unter den Kopf und streckte sie wieder aus, dann bewegte er langsam seine Beine — er turnt. Der Strom trägt ihn südwärts. Das warme Wasser und die trägen Bewegungen wirken beruhigend.



54 из 158