„Wart, Bruder, unterbrich mich nicht. Mit Ichtiander hat es keine Eile.“

„Warum nicht?“

Christo seufzte auf, als könne er sich nicht entschließen, seinen Plan preiszugeben.

„Siehst du …“, begann er.

Aber im selben Moment betrat jemand den Laden.

Sie vernahmen Suritas krächzende Stimme.

„Da hast du‘s.“ Balthasar knurrte und warf die Perlen zurück in ihr Bad. „Wenn man vom Teufel spricht, ist er nicht weit.“

Polternd stieß Surita die Tür auf.

„Da sind ja gleich beide Brüderchen. Wollt ihr mich noch lange an der Nase herumführen?“ Drohend blickte er abwechselnd zu Balthasar und Christo.

Christo erhob sich und lächelte freundlich. „Ich mache, alles, was ich kann. Geduld, Geduld. Der Meerteufel ist doch kein kleiner Fisch. Den kann man nicht so einfach aus der Tiefe holen. Einmal schaffte ich ihn her — aber damals wart ihr nicht da. Der Teufel ist enttäuscht von der Stadt, ich kann ihn nicht mehr überreden.“

„Er will also nicht! Mir langt‘s jetzt. Ich möchte in dieser Woche zwei Dinge zu Ende führen. Übrigens: Ist Salvator noch nicht zurück?“

„Er wird in den nächsten Tagen erwartet.“

„Also tut Eile not. Wir werden dem Doktor persönlich aufwarten. Ich habe zuverlässige Leute ausgesucht. Du brauchst uns nur die Türen zu öffnen, Christo, alles andere erledigen wir schon selber. Ich gebe Balthasar Bescheid, sobald unser Plan in allen Einzelheiten überlegt ist.“

Und zu Balthasar gewandt, fügte er hinzu: „Mit dir werde ich morgen reden. Aber denk daran, es wird unser letztes Gespräch sein.“

Die Brüder verneigten sich devot und schwiegen. Sobald Surita ihnen den Rücken zugedreht hatte, erlosch das liebenswürdige Lächeln auf ihren Gesichtern. Balthasar fluchte leise vor sich hin.

Sie hörten, wie Surita im Laden leise mit Guttiere sprach. Wieder nur das entschlossene „Nein“ des Mädchens. Balthasar schüttelte niedergeschlagen den Kopf.



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