„Was ist denn los?“

„Die Fischer haben mich verwundet, als ich den Delphin verteidigte.“

Aber Christo glaubte ihm nicht. „Warst wohl wieder in der Stadt?“ Zweifelnd verband er die Wunde. Ichtiander schwieg.

Der Indianer tastete unterhalb der Wunde die Schulter ab und schob die Schuppen hoch. Er entdeckte einen rötlichen Fleck, der ihn beunruhigte.

„Bekamst du einen Schlag mit dem Ruder?“ fragte Christo.

„Nein“, antwortete Ichtiander.

Der Jüngling ging in sein Zimmer, um auszuruhen. Der alte Indianer stützte seinen Kopf auf und überlegte lange, eilte dann in die Stadt und betrat keuchend Balthasars Laden. Mißtrauisch beäugte er Guttiere, die am Ladentisch saß.

„Ist dein Vater zu Hause?“

„Dort“, antwortete das Mädchen und deutete mit einer Kopfbewegung zum Nachbarzimmer. Christo betrat das Labor und schloß sorgfältig die Tür hinter sich.

Sein Bruder saß hinter seinen Kolben und reinigte Perlen. Balthasar war wiederum gereizt.

„Verrückt kann man mit euch werden.“ Balthasar polterte. „Surita ärgert sich, weil du den Meerteufel immer noch nicht hierher gelockt hast. Guttiere läuft irgendwohin und bleibt den ganzen Tag fort. Von Surita will sie nichts mehr wissen. Sagt immer nur stur: ,Nein, nein!‘ Aber Surita fordert: ,Ich hab die Warterei satt! Ich hol sie mir mit Gewalt!‘ Dann heult das Mädchen kräftig, aber das vergeht. Von Surita aber kann man alles erwarten.“

Christo hörte sich die Klagen an und sagte: „Hör mal, Bruder, ich konnte dir den Meerteufel noch nicht hierher mitbringen, weil er, ebenso wie Guttiere, meist den ganzen Tag über unsichtbar bleibt. Und er will mit mir partout nicht in die Stadt gehen. Er gehorcht mir einfach nicht mehr. Der Doktor wird mich schelten, weil ich schlecht auf Ichtiander aufgepaßt habe.“

Balthasar drängte: „Man muß Ichtiander schleunigst ergreifen oder entführen. Und du verläßt Salvator am besten, bevor er zurückkommt und…“



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