Während er die Trennwand wieder schloss und in den Taschen nach dem antiseptischen Spray kramte, drehte der Helikopter ab und flog wieder zu dem zurück, was vom internationalen Flughafen noch übrig war. Die Nationalgarde von Tennessee hatte das Gelände abgesperrt; der Flughafen war die letzte Verbindung des Großraums Memphis mit dem Rest des Landes. Die Fluten hatten die Stromversorgung lahmgelegt, Brücken eingerissen und Straßen mit einer lehmig braunen Brühe überschwemmt. Der größte Teil der Stadt stand schon seit Tagen unter Wasser.

Dann kam das Erdbeben. Es hatte eine satte Neun auf der Richterskala und war so stark, dass es Gebäude von Nashville bis nach Little Rock und noch so weit nördlich wie St. Louis zerstörte. New Orleans hatte schon seit Jahren unter Wasser gestanden, derweil der unerbittlich steigende Golf von Mexiko die Küstenlinie von Florida bis Texas neu zeichnete. Der Mississippi war bis hinauf nach Cairo über die Ufer getreten und stieg weiter.

Wo nun die Kommunikation zusammengebrochen war, Millionen Obdachlose im strömenden Regen umherirrten und das Land von Nachbeben erschüttert wurde, die stark genug waren, um Wolkenkratzer zum Einsturz zu bringen, suchte Dan Randolph nach dem einzigen Menschen, der ihm etwas bedeutete, der einzigen Frau, die er je geliebt hatte.

Er setzte das Fernglas ab und legte den Kopf zurück. Es war hoffnungslos, Jane da draußen unter all den Leuten finden zu wollen…

Der Copilot hatte sich auf dem Sitz umgedreht und klopfte an die transparente Kunststofftrennwand.

»Was?«, schrie Dan.

Der Copilot versuchte erst gar nicht, den Triebwerkslärm durch die Trennwand zu übertönen, sondern er deutete auf den Ohrhörer des Helms. Dan verstand und hob die Sprechgarnitur auf, die ihm auf den Boden gefallen war. Er hatte sie schon eingesprüht, als man sie ihm überreicht hatte und bestäubte sie abermals mit dem Antiseptikum.



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