
Als er sich das Kopfbügelmikrofon aufsetzte, hörte er die metallische, von statischem Rauschen unterlegte Stimme eines Nachrichtensprechers: »…wurde eindeutig als Jane Scanwell identifiziert. Die ehemalige Präsidentin wurde durch eine Laune des Schicksals auf President's Island gefunden, wo sie anscheinend versuchte, einer Familie bei der Flucht vor den steigenden Fluten des Mississippi zu helfen. Ihr Boot war anscheinend gekentert, stromabwärts getrieben und hatte sich dann in den Baumkronen der Insel verfangen.
Jane Scanwell, der zweiundfünfzigste Präsident der Vereinigten Staaten starb bei dem Versuch, andere Menschen aus dem Trümmerfeld zu retten, in das Überschwemmungen und Erdbeben Memphis, Tennessee verwandelt haben.«
La Guaira
Es regnete auch in Venezuela, als Dan Randolph schließlich zu seinem Hauptquartier zurückkehrte. Ein neuer Hurrikan tobte in der Karibik, fegte über Barbados und die Inseln unter dem Wind hinweg und lud zweihundertfünfzig Liter Regen pro Quadratmeter auf der Insel La Guaira sowie auf Caracas ab. Und Nachschub war schon unterwegs.
Dan setzte sich hinter den großen kahlen Schreibtisch. Er war noch immer mit der zerknitterten Hose und dem Pullover bekleidet, die er auf der Reise von den Staaten getragen hatte. Im Büro roch es modrig. Durch den unaufhörlichen Regen schimmelte es, obwohl die Klimaanlage auf Hochtouren lief. Die schützenden Nasenstöpsel hatte er herausgenommen; die Luft im Büro wurde ständig gefiltert und mit starkem ultraviolettem Licht entkeimt.
Dan lehnte sich im Bürostuhl, der mit weichem hellbraunem Leder bezogen war, zurück und ließ den Blick über den sturmgepeitschten Startkomplex schweifen.
