
«Was willst du damit sagen?», fragte Van Aldin scharf.
Derek Kettering lachte.
«Wie ich sehe, weißt du nicht alles, Sir», sagte er. «Vielleicht ist es ganz natürlich, dass du voreingenommen bist.»
Er nahm Hut und Stock und ging zur Tür.
«Ratschläge sind eigentlich nicht meine Sache.» Nun kam sein letzter Hieb. «Aber in diesem Fall rate ich ganz dringend zu vollständiger Offenheit zwischen Vater und Tochter.»
Er ging schnell aus dem Zimmer und hatte die Tür schon hinter sich geschlossen, als der Millionär aufsprang.
«Also, was zum Teufel hat er damit gemeint?», sagte Van Aldin, als er sich wieder auf den Stuhl sinken ließ.
All sein Unbehagen kehrte verstärkt zurück. Da gab es etwas, das er noch nicht ausgelotet hatte. Das Telefon stand gleich neben ihm; er nahm den Hörer und verlangte die Nummer des Hauses seiner Tochter.
«Hallo, hallo, ist dort Mayfair 81-907? Ist Mrs Kettering zu Hause? Ah, sie ist ausgegangen? Ja, zum Lunch. Wann kommt sie zurück? Das wissen Sie nicht? Na gut; nein, es ist nichts auszurichten.»
Ärgerlich knallte er den Hörer auf die Gabel. Um zwei Uhr ging er in seinem Zimmer auf und ab und wartete auf Goby. Dieser wurde um zehn nach zwei hereingeführt.
«Also?», bellte der Millionär scharf.
Aber der kleine Mr Goby ließ sich nicht hetzen. Er setzte sich an den Tisch, zog ein sehr schäbiges Notizbuch hervor und begann mit eintöniger Stimme daraus vorzulesen. Der Millionär lauschte aufmerksam, mit wachsender Befriedigung. Goby kam zum Schluss und musterte aufmerksam den Papierkorb.
«Ha!», sagte Van Aldin. «Sieht ziemlich eindeutig aus. Das Verfahren wird glatt durchgehen. Die Beweise für die Hotelgeschichte sind solide, nehme ich an?»
«Wie Gusseisen», sagte Mr Goby mit einem bösen Blick auf einen vergoldeten Sessel.
«Er sitzt also völlig auf dem Trockenen. Er versucht gerade, ein Darlehen aufzunehmen, sagen Sie? Hat schon praktisch alles zusammengekratzt, was er im Hinblick auf die zu erwartende Erbschaft seines Vaters kriegen kann. Wenn sich die Nachricht von der Scheidung herumspricht, kriegt er keinen Cent mehr, und nicht nur das; die Forderungen an ihn kann man aufkaufen und nutzen, um Druck auf ihn auszuüben. Wir haben ihn, Goby. Wir haben ihn im Schraubstock.»
