
«Und sie mich aus Liebe?», fragte der andere ironisch.
«Gewiss», sagte Van Aldin.
Derek Kettering sah ihn lange an, dann nickte er nachdenklich.
«Wie ich sehe, glaubst du das wirklich», sagte er. «Ich damals auch. Ich kann dir versichern, mein lieber Schwiegervater, dass ich bald aufgeklärt worden bin.» «Ich weiß nicht, worauf du hinauswillst», sagte Van Aldin, «es ist mir auch egal. Du hast Ruth verdammt schlecht behandelt.»
«Ja, hab ich», gab Kettering leichthin zu, «aber sie ist hart im Nehmen, weißt du. Sie ist deine Tochter. Unter dieser rosaweißen Weichheit ist sie hart wie Granit. Du hast immer als harter Mann gegolten, wie ich hörte, aber Ruth ist härter als du. Du liebst wenigstens einen Menschen mehr als dich selbst. Ruth hat das nie getan und wird es nie tun.»
«Das reicht», sagte Van Aldin. «Ich habe dich herbestellt, um dir klar und offen zu sagen, was ich tun werde. Mein Kind hat Anspruch auf ein bisschen Glück, und vergiss nie, ich stehe hinter ihr.»
Derek Kettering erhob sich und ging zum Kamin. Er warf seine Zigarette hinein. Als er sprach, war seine Stimme sehr ruhig.
«Was genau meinst du damit, frage ich mich?», sagte er.
«Ich meine», sagte Van Aldin, «dass du die Scheidung besser nicht anfechten solltest.»
«Ach», sagte Kettering, «ist das eine Drohung?»
«Das kannst du nehmen, wie du willst», erwiderte Van Aldin.
Kettering zog einen Stuhl zum Tisch. Er setzte sich dem Millionär gegenüber.
«Und mal angenommen», sagte er sanft, «nur so theoretisch, ich willige doch nicht ein?»
Van Aldin hob die Schultern.
«Du hast doch überhaupt keine Handhabe, du junger Narr. Frag deine Anwälte, die werden es dir schon sagen. Dein Lebenswandel ist notorisch, ganz London redet darüber.» «Ruth hat wegen Mirelle herumgezetert, nehme ich an. Sehr dumm von ihr. Ich kümmere mich ja auch nicht um ihre Freunde.»
