Er spürte die kaum sichtbare Veränderung in ihr; etwas Listiges, Lauerndes verdrängte die Impulsivität ihrer Begrüßung. Sie setzte sich in einen großen Lehnstuhl.

«Ja, Dad?», sagte sie. «Worum geht es?»

«Ich habe heute früh mit deinem Mann gesprochen», sagte Van Aldin.

«Du hast mit Derek gesprochen?»

«Ja. Er hat alles Mögliche gesagt, das meiste war die reine Frechheit. Beim Weggehen hat er etwas gesagt, das ich nicht verstanden habe. Er hat mir geraten, mich zu vergewissern, ob zwischen Vater und Tochter vollkommene Offenheit herrscht. Was meint er damit?»

Mrs Kettering bewegte sich ein wenig auf dem Stuhl.

«Ich — ich weiß nicht, Dad. Wie sollte ich auch?»

«Natürlich weißt du es», sagte Van Aldin. «Er hat noch etwas gesagt; dass er seine Freunde hat und sich bei deinen Freunden nicht einmischt. Was hat er damit gemeint?»

«Ich weiß es nicht», sagte Ruth Kettering wieder.

Van Aldin setzte sich. Sein Mund wurde zu einem grimmigen Strich.

«Pass mal auf, Ruth. Ich werde da nicht mit geschlossenen Augen reintappen. Ich bin überhaupt nicht sicher, ob dein Mann nicht doch Ärger machen will. Also, eigentlich kann er das nicht. Ich habe die Möglichkeiten, ihn zum Schweigen zu bringen, so dass er endgültig den Mund hält, aber ich muss wissen, ob es nötig ist, diese Möglichkeiten einzusetzen. Was meint er damit, dass du deine eigenen Freunde hast?»

Mrs Kettering zuckte mit den Schultern.

«Ich habe viele Freunde», sagte sie unsicher. «Ich weiß wirklich nicht, was er meint.»

«Weißt du doch», sagte Van Aldin.

Nun sprach er wie er mit einem geschäftlichen Gegner.

«Ich will die Frage deutlicher stellen. Wer ist der Mann?»

«Welcher Mann?»

«Der' Mann. Darauf will Derek doch hinaus. Irgendein besonderer Mann, mit dem du befreundet bist. Mach dir keine Sorgen, Liebes, ich weiß, es ist nichts daran, aber wir müssen alles so betrachten, wie es vor Gericht aussehen wird. Die können alles gründlich verdrehen, weißt du. Ich will wissen, wer der Mann ist und wie weit deine Freundschaft mit ihm geht.»



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