
Es hieß, er hätte als Gefangener einflußreiche Freunde gewonnen; ebenso später, als er befördert wurde und ein Geschwader in Westindien befehligte. Er sollte viel Geld auf Londoner Banken haben und Grundbesitz in Jamaika. Das alles deutete nicht auf einen Charakter hin, der sich mit den Plänen von Whitehall leicht abfinden würde.
Bolitho verzog das Gesicht. Nicht einmal dann, wenn ihm diese Pläne von einem im Rang ebenbürtigen Offizier unterbreitet wurden.
Die Räder holperten durch tiefe Schlaglöcher, und Bolitho unterdrückte ein Aufstöhnen, als die Erschütterung wie eine glühende Kralle durch seine alte Schenkelwunde fuhr.
Vor ihrer Ehe hatte er deshalb an Hemmungen gelitten, aber Belinda hatte ihm auch hierbei geholfen. Gelegentlich zwang ihn der Schmerz zu einem leichten Hinken, und er hatte sich vor ihr wie ein Krüppel gefühlt.
Er wurde unruhig, als er an ihre nächtliche Berührung dachte, an die Wärme ihrer weichen Haut. Zärtliche Worte murmelnd, hatte sie sich über ihn gebeugt und die häßliche Narbe geküßt, die eine Musketenkugel und das Skalpell des Chirurgen hinterlassen hatten. Für sie war die Verletzung eher ein Grund zum Stolz als eine grausame Demütigung.
All das und mehr blieb nun mit jeder Umdrehung der Räder weiter hinter ihm zurück. Er fürchtete die Nacht, wenn die Kutsche für den ersten Pferdewechsel in Torbay halten würde. Nein, dann ging er doch lieber gleich an Bord und lief mit der ersten günstigen Tide aus, das ließ keine Zeit für Gram und Sehnsucht.
Wie dachte wohl Allday insgeheim darüber, daß es mit dem Landleben vorbei war und er wieder einer Ungewissen Zukunft entgegenfuhr?
Die Flagge im Fockmast… Allday schien ehrlich stolz darauf zu sein. Aber das würden Männer wie Admiral Sheaffe wohl nie begreifen.
