
Im Orbit von Virimonde kreiste das Piratenschiff Scherbe unauffällig durch die lange Nacht, um unerwünschten Blicken zu entgehen. Sie war kein großes Schiff, die Scherbe, und mehr auf Geschwindigkeit getrimmt als auf Ausdauer. Sie hatte bereits mehr als ein Dutzend Eigner und Kommandanten gesehen, als die Klonpascher sie in Besitz nahmen – und seitdem waren alle hinter ihr her.
Hazel d’Ark, Piratin, Klonpascher und Bonvivant, schlenderte mürrisch durch die düsteren Stahlkorridore und wünschte, sie wäre woanders. Irgendwo anders. Die Scherbe war selbst in ihren besten Zeiten kein luxuriöses Schiff gewesen, aber nun, da die meiste Energie der alten Generatoren dazu benötigt wurde, die Körperbänke zu versorgen, wirkte der alte Kahn noch düsterer als normal. Wozu eine ganze Menge gehörte.
Hazel d’Ark, letzte Trägerin eines einst edlen Namens, erreichte die verschlossene Tür des Frachthangars und wartete ungeduldig darauf, daß die Türsensoren sie erkannten. Ihre Stimmung war so düster wie die Korridore der Scherbe, und daran hatte sich nichts geändert, seit das Schiff sechs Stunden zuvor aus dem Hyperraum gefallen und in den Orbit um Virimonde eingeschwenkt war. Bereits seit sechs Stunden warteten die Klonpascher auf ein Signal ihrer Kontaktleute auf dem Planeten. Irgend etwas war faul an der Geschichte.
Sie konnten es sich nicht leisten, noch viel länger zu warten, aber sie konnten auch nicht einfach wieder verschwinden.
Also warteten sie. Hazel rechnete nicht mit Schwierigkeiten seitens der planetaren Sicherheitsbehörde. Die Scherbe mochte ein altes Schiff sein, doch ihre Tarneinrichtungen waren auf dem neuesten Stand der Technik und mehr als ausreichend, um alles zu täuschen, was die Bauern dort unten auf Virimonde besaßen.
