
Hazel funkelte wütend die Tür vor sich an und trat heftig gegen den Rahmen. Mit einem Zischen fuhr das Schott zur Seite, und Hazel betrat den frostigkalten Frachtraum. Hinter ihr schloß sich die Tür sofort wieder. Winzige gefrorene Kristalle schwebten in der kalten Luft und brannten in Hazels Lungen. Sie erschauerte und drehte die Heizelemente in ihrer Montur höher. Die Körperbänke benötigten eine ganz spezifische Temperatur, um ihre Fracht aus menschlichem Gewebe klonfähig zu halten. Hazel warf einen raschen Blick in die Runde und aktivierte ihr Komm-Implantat. »Hannah, hier spricht Hazel. Bitte melden.«
»Ich höre, Hazel«, erwiderte Hannah, die Künstliche Intelligenz der Scherbe. »Was kann ich für dich tun?«
»Bearbeite die Signale der Sicherheitssensoren des Frachtraums so, daß es aussieht, als wäre ich nicht hier.«
Hannah seufzte. Die Künstliche Intelligenz besaß keine menschlichen Emotionen, aber sie tat gerne als ob. »Also wirklich, Hazel! Du weißt genau, daß du nicht dort hineingehen sollst! Du bringst uns beide in Schwierigkeiten.«
»Mach es! Oder soll ich dem Käpten von deiner persönlichen Videosammlung seiner intimsten Stunden erzählen?«
»Ich hätte sie dir niemals gezeigt, wenn ich gewußt hätte, daß du mich damit erpressen wirst. Außerdem ist es eine ganz harmlose Sammlung.«
»Elektronengehirn…«
»Schon gut, schon gut! Ich bearbeite die Sensoren. Bist du jetzt zufrieden?«
