
Zu jener Zeit war ihr das diskrete Geschäft des Klonpaschens wie ein bedeutsamer Schritt auf der Karriereleiter erschienen. Unauffällig, geringes Risiko, die einzige harte Arbeit ein wenig graben… perfekt. Ganz besonders mit so vielen Leuten auf ihren Fersen.
Aber dann hatte es doch wieder so ausgesehen, als würde jemand mit bösen Absichten hinter ihr her sein. Wie immer war es Hazels eigene Schuld; sie wußte es. Sie hatte seit jeher die Tendenz gehabt, auf der Suche nach schnellem Geld in illegale Geschichten zu schlittern und erst hinterher zu bemerken, auf was sie sich eingelassen hatte. Doch obwohl sie eine Menge Dinge getan hatte, auf die sie nicht besonders stolz war – Leute zu entführen und sie kaltblütig wegen ihrer Organe abzuschlachten war ein neuer Tiefpunkt, selbst für Hazel.
Sie wußte nicht, ob sie dazu imstande sein würde. Hazel hatte das Gefühl, daß ihre Bedenken nur eine Prinzipsache waren, etwas, mit dem sie noch nicht sonderlich gut vertraut war. Aber jeder zieht irgendwo eine Grenze. Sie ging alle Möglichkeiten durch, die ihr offenstanden. Es dauerte nicht allzulange. Hazel konnte ihre neugefundene Integrität
gegenüber ihren Schiffskameraden nicht einfach so aufgeben, nicht, wenn sie nicht auf die harte Tour einen Blick in eine Körperbank werfen wollte. Sicher, sie konnte jederzeit vom Schiff verschwinden; in einer der Rettungskapseln zum Planeten hinunterrasen und ihre Spur in den Menschenmassen verwischen. Aber Virimonde war ein in jeder Hinsicht primitiver Planet, wo das Leben (und Überleben) auf harter Arbeit basierte und jeder verdammte Luxus fehlte. Kein idealer Ort, um auf der Flucht zu stranden. Ganz besonders nicht, wenn es auf beiden Seiten des Gesetzes Leute gab, die nach einem suchten.
