
Klonpascher waren die Niedrigsten der Niedrigen, der Abschaum des Imperiums. Selbst ein lepröser Bettler würde stehenbleiben, um auf einen Klonpascher zu spucken.
Menschen in gewissen höheren Kreisen brüsteten sich gerne mit ihren eigenen, persönlichen Klonpaschern, wie man das vielleicht mit einem wütenden Raubtier tun würde, das für die Arena trainiert ist – aber es gab niemanden, wirklich niemanden, der in der Öffentlichkeit ein gutes Wort für Klonpascher einlegen würde. Sie waren Parias, Ausgestoßene, Unberührbare, weil sie es wagten, ein Geschäft zu betreiben, dessen Existenz alle am liebsten totgeschwiegen hätten.
Hazel seufzte müde. Sie würde der Scherbe auf der Stelle den Rücken kehren, wenn sie gewußt hätte, wohin sie sich wenden könnte. Hazel d’Ark, dreiundzwanzig Jahre alt, groß, geschmeidig, muskulös, mit scharfgeschnittenem, markantem Gesicht und einer roten, unbezähmbaren Mähne auf dem Kopf. Mit grünen Augen, denen nichts entging, und einem Lächeln so schnell, daß andere es glatt übersehen konnten, wenn sie nicht darauf achteten.
Hazel hatte seit ihrer Flucht von zu Hause einen Drecksjob nach dem anderen angenommen, und das zeigte sich deutlich in ihrer vorsichtigen Haltung und ihrem kaum verhüllten Mißtrauen gegenüber anderen Menschen. Auf Loki hatte sie als Söldner gearbeitet, auf Golgatha als Leibwächter, und zuletzt auf Brahmin II bei den Sicherheitsbehörden. Dort hatte sie schließlich Kapitän Markee aufgelesen, als sie wieder einmal um ihr Leben rennen mußte. Ein vorgesetzter Offizier war der Ansicht gewesen, daß allein sein Rang ihm das Recht an gewissen Teilen ihres Körpers verschaffte – allerdings nicht zum Klonen. Hazel d’Ark hatte ihre abweichende Meinung kundgetan. Sie hatte schon vor langer Zeit entschieden, daß sie nichts umsonst hergeben würde, das sich auch verkaufen ließ. Es setzte Schläge und endete in Tränen – und Hazel fand sich einmal mehr auf der Flucht, während das Blut des Bastards noch immer von ihrem Messer tropfte.
