
»Du solltest mit uns reisen - wir drei zusammen! Du, Jason und ich - deine Familie! Oder hast du die ganz vergessen?«
»Karen, das reicht!«
»Ebenso unwichtig ist natürlich der fünfundsiebzigste Geburtstag meines Vaters. Aber wir alle zählen nicht im Vergleich zu einem Massenmörder. Diese Bestie ist dir offenbar viel wichtiger als deine Familie.«
»Natürlich nicht«, protestierte er.
»Dann beweis es uns! Wo bist du jetzt?«
Ainslie sah nach vorn; sie waren auf der 195. »Karen, ich kann unmöglich umkehren. Tut mir leid, daß du das nicht verstehst, aber die Entscheidung ist unwiderruflich.«
Seine Frau schwieg einen Augenblick. Als sie weitersprach, klang ihre Stimme gepreßt, und er wußte, daß sie den Tränen nahe war. »Ist dir klar, was du uns antust, Malcolm?«
Als er nicht antwortete, hörte er das Klicken, mit dem sie auflegte.
Ainslie schaltete bedrückt das Mobiltelefon aus. Er hatte ein schlechtes Gewissen, wenn er daran dachte, wie oft er Karen enttäuscht hatte, weil ihm der Dienst wichtiger als sein Familienleben gewesen war. Ihm fiel ein, was Karen erst vorige Woche gesagt hatte: Malcolm, so kann unser Leben nicht weitergehen. Er konnte nur hoffen, daß das nicht ihr Ernst gewesen war.
Jorge war vernünftig genug, um das nun folgende Schweigen nicht zu unterbrechen. Schließlich sagte Ainslie trübselig: »Meiner Frau macht's richtig Spaß, mit einem Cop verheiratet zu sein.«
»Ziemlich sauer, was?« fragte Jorge verständnisvoll.
»Kann mir gar nicht denken, weshalb«, sagte Ainslie mißmutig. »Dabei hab' ich bloß wegen eines Schwätzchens mit einem Killer, der morgen hingerichtet wird, unseren Urlaub platzen lassen. Hätte nicht jeder gute Ehemann das gleiche getan?«
