Jorge streckte seinen Kopf ins dunkle Innere der Sperrholzkiste. »Hey, Ernestine. Ich bin's, dein freundlicher Kontaktbeamter. Wie geht das Geschäft?«

Eine leicht heisere Frauenstimme antwortete: »Wenn's besser ginge, braucht' ich nicht in diesem Schweinestall zu leben. Willst du ficken, Copper? Du zahlst bloß die Hälfte.«

»Verdammt! Hab' gerade keine Zeit; muß 'nen Mord aufklären. Auf der Straße heißt's, daß Flame und du ihn gesehen haben.«

Jorge, dessen Augen sich an die Dunkelheit gewöhnt hatten, musterte Ernestine. Die ungefähr zwanzigjährige Schwarze war früher schön gewesen, aber jetzt war ihr Gesicht aufgedunsen und von Falten durchzogen. Ihre Figur war allerdings gut. In ihrem weißen Overall steckte ein schlanker Körper mit festem Busen. Ernestine sah Jorges Blick und lächelte amüsiert.

»Wir sehen alle viel«, erklärte sie ihm. »Nur erinnern kann man sich nicht immer.«

»Aber du erinnerst dich, wenn ich dir helfe?«

Ernestine lächelte geheimnisvoll. Jorge wußte, daß das Zustimmung signalisierte.

»Hast du gestern abend zufällig auf der Northwest Third an der Twelfth Street gestanden?« fragte er weiter.

»Weiß ich nicht. Vielleicht.«

»Nun, ich frage mich, ob du gesehen hast, wie zwei Jitterbugs zu einem älteren Weißen ins Auto gesprungen sind und ihn erschossen und aus dem Wagen geworfen haben.«

»Nein, aber ich hab' gesehen, wie ein Bruder und seine billig aussehende Mieze den alten Knacker zum Anhalten gebracht und dann getan haben, was du sagst.«

Jorge sah zu Ainslie hinüber, der ihm zunickte. »Jetzt mal im Klartext«, sagte Jorge. »Du hast einen Schwarzen und eine Weiße gesehen?«

»Yeah.« Ernestine starrte ihn an. »Bevor ich mehr sage... was ist für mich drin, Mann?«

»Erzählst du uns keinen Scheiß, kriegst du 'nen Hunderter.«



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