
Ainslie lächelte, weil er Karens Stimme zu hören erwartete, und nickte Jorge zu, er könne das Gespräch durchstellen.
Eine tiefe, volltönende Stimme verkündete: »Hier ist Pater Ray Uxbridge. Ich bin der Anstaltsgeistliche im Florida State Prison.«
»Ja, ich weiß.« Ainslie war Uxbridge mehrmals begegnet und mochte ihn nicht. Trotzdem fragte er höflich: »Was kann ich für Sie tun, Pater?«
»Einer unserer Häftlinge soll morgen früh um sieben hingerichtet werden. Sein Name ist Elroy Doil. Er behauptet, Sie zu kennen.«
»Natürlich kennt er mich«, bestätigte Ainslie knapp. »Ich habe mitgeholfen, Animal nach Raiford zu bringen.«
Die Telefonstimme klang steifer. »Der Häftling, von dem wir sprechen, ist ein menschliches Wesen, Sergeant. Ich ziehe es vor, diesen Namen nicht zu verwenden.«
Diese Reaktion erinnerte Ainslie daran, warum er Uxbridge nicht mochte. Der Mann war ein wichtigtuerischer Esel.
»Jeder nennt ihn Animal«, antwortete Ainslie. »Er verwendet diesen Namen sogar selbst. Außerdem haben seine scheußlichen Morde bewiesen, daß er schlimmer als ein Tier ist.«
Tatsächlich hatte Dr. Sandra Sanchez, eine Gerichtsmedizinerin aus Dade County, beim Anblick der beiden ersten verstümmelten Mordopfer Elroy Doils ausgerufen: »Barmherziger Gott! Ich habe schon schreckliche Dinge gesehen, aber hier ist eine Bestie, ein menschliches Tier am Werk gewesen!«
Ihr Ausruf war oft wiederholt worden.
Am Telefon sprach Uxbridge weiter. »Mr. Doil hat mich gebeten, Ihnen mitzuteilen, daß er Sie sprechen möchte, bevor er stirbt.« Eine Pause, in der Ainslie sich vorstellte, wie der Geistliche auf die Uhr sah. »Das ist in etwas über acht Stunden.«
»Hat Doil gesagt, warum er mich sprechen will?«
»Er ist sich bewußt, daß Sie mehr als jeder andere zu seiner Verhaftung und Verurteilung beigetragen haben.«
»Was heißt das?« fragte Ainslie ungeduldig. »Will er mich anspucken, bevor er stirbt?«
