
>Aber es gibt doch Schiffe.< Ja, es gab wohl Schiffe. Verbrecher, Gefangene, niedriges Gesindel wurden durchaus als Seeleute genommen, denn Seemann sein war noch gefährlicher als Soldat. Im Krieg hatten die Soldaten manchmal Glück und kamen mit dem Leben davon, die Seeleute dagegen hatten wenig Chance, die Meere waren unbekannt, wimmelten von Ungeheuern, und wenn ein Unglück geschah, überlebte niemand, der die Geschichte hätte erzählen können.
Schiffe gab es wohl, doch die wurden von den phönizischen Kaufleuten kontrolliert. Elia war weder ein Verbrecher noch ein Gefangener oder niedriges Gesindel; er war vielmehr jemand, der es gewagt hatte, seine Stimme gegen Baal zu erheben.
Fänden sie ihn, so würden sie ihn töten und ins Meer werfen, denn die Seeleute glaubten, daß Baal und seine Götter die Stürme beherrschten.
Er konnte nicht ans Meer. Nach Norden in den Libanon konnte er auch nicht. Und auch nach Osten konnte er sich nicht wenden, weil sich verschiedene jüdische Stämme seit Generationen bekriegten.
Er dachte an die Ruhe, die ihn überkommen hatte, als er vor dem Soldaten stand. Was bedeutete der Tod schon? Der Tod war ein Augenblick und nicht mehr. Und selbst die Schmerzen wären gleich vorüber gewesen, und dann hätte Gott ihn bei sich aufgenommen.
Er legte sich auf den Boden und blickte lange in den Himmel.
Wie der Levit wollte auch er seine Wette abschließen. Es ging nicht um die Existenz Gottes – daran zweifelte er nicht –, sondern um den Sinn seines Lebens.
