Elia war tagelang unterwegs, bis er in das Tal gelangte, in dem die Stadt Zarpat lag, die ihre Bewohner Akbar nannten. Als er am Ende seiner Kräfte angelangt war, sah er eine schwarz gekleidete Frau, die Brennholz sammelte. Es gab nur niedriges Buschwerk, und daher mußte sie sich mit kleinen trockenen Zweigen begnügen.

»Wer seid Ihr?« fragte er.

Die Frau blickte den Fremden an, ohne recht zu verstehen, was er sagte.

»Bringt mir einen Krug Wasser zum Trinken«, sagte Elia. »Und bringt mir auch ein Stückchen Brot.« Die Frau legte das Brennholz ab, sagte aber nichts.

»Habt keine Angst«, beharrte Elia. »Ich bin allein, habe Hunger und Durst und keine Kraft mehr, um irgend jemanden zu bedrohen.« »Ihr seid nicht von hier«, sagte sie schließlich. »Eurer Art zu sprechen nach müßt Ihr aus dem Reich Israel kommen. Wenn Ihr mich besser kenntet, wüßtet Ihr, daß ich nichts habe.« »Ihr seid Witwe. Trotzdem habe ich noch weniger als Ihr. Wenn Ihr mir jetzt nichts zu trinken und zu essen gebt, werde ich sterben.« »Ein Mann sollte sich schämen, eine Frau um Unterhalt zu bitten«, sagte sie, nachdem sie sich wieder gefaßt hatte.

»Tut, worum ich Euch gebeten habe«, beharrte Elia, der kurz davor war, ohnmächtig zu werden. »Sobald es mir besser geht, werde ich für Euch arbeiten.« Die Frau lachte.

»Ihr habt mir gerade etwas Wahres gesagt: Ich bin Witwe, eine Frau, die ihren Mann auf einem der Schiffe ihres Landes verloren hat. Ich habe das Meer nie gesehen, doch ich weiß, daß es wie die Wüste ist: Es tötet den, der es herausfordert.« Und sie fuhr fort: »Jetzt aber sagt Ihr mir etwas Falsches: So sicher wie Baal auf dem Fünften Berg lebt, so sicher ist, daß ich nichts Gekochtes habe; ich habe nur eine Handvoll Mehl in einem Topf und etwas Öl in einem Krug.« Elia spürte, wie der Horizont die Richtung wechselte und wie sich vor seinen Augen alles zu drehen begann.



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