
Die Frau blickte auf den Mann, der zu ihren Füßen zusammengebrochen war. Sie wußte, daß der Gott Israels nur ein Aberglaube war. Die phönizischen Götter waren mächtiger, hatten ihr Land zu einem der geachtetsten der Welt gemacht.
Doch sie war froh, denn für gewöhnlich war sie es, die um Almosen bettelte, und heute geschah es zum ersten Mal seit langem, daß ein Mann sie brauchte. Das vermittelte ihr das Gefühl, stark zu sein. Es gab also Menschen, denen es schlechter ging als ihr.
>Wenn mich jemand um einen Gefallen bittet, dann zeigt das, daß ich auf Erden noch etwas wert bin<, dachte sie. >Ich werde tun, worum er mich gebeten hat, nur um sein Leiden zu lindern.
Auch ich weiß, was Hunger heißt und wie er die Seele zerstört.« Sie ging ins Haus und kam mit einem Stück Brot und einem Krug Wasser zurück. Sie kniete nieder, bettete den Kopf des Fremden in ihren Schoß und begann seine Lippen zu benetzen. Wenige Minuten darauf hatte er das Bewußtsein wiedererlangt.
