
Elia kam zum Schluß, daß die Priester niemals ganz sicher wußten, was sie da sagten. Die »von Gott Ergriffenen« waren nur das Ergebnis einer Gesellschaft, die nicht wußte, wohin sie trieb, in der sich Geschwister entzweiten und die Machthaber sich immer schneller abwechselten. Es war ein und dieselbe Gesellschaft, die die Propheten und Verrückten hervorbrachte.
Als er von der Heirat seines Königs mit Isebel, der Prinzessin von Tyrus, erfuhr, maß er dem keine besondere Bedeutung bei.
Andere Könige des Volkes Israel hatten das gleiche getan und dadurch einen dauerhaften Frieden in der Region und ständig wachsende Handelsbeziehungen mit dem Libanon gefördert.
Elia scherte sich wenig darum, daß die Bewohner des Nachbarlandes an Götter glaubten, die es nicht gab, oder merkwürdigen Kulten anhingen, in denen beispielsweise Tiere und Berge angebetet wurden. Sie waren ehrbare Kaufleute, und das vor allem zählte.
Elia kaufte weiterhin das Zedernholz, das sie brachten, und verkaufte das, was er in seiner Werkstatt hergestellt hatte.
Obwohl sie etwas stolz waren und sich selbst gern »Phönizier« nannten, weil sie eine andere Hautfarbe hatten, hatte kein Kaufmann je das in Israel herrschende Durcheinander für sich ausgenutzt. Sie zahlten den angemessenen Preis für die Waren und verloren kein Wort über den Bürgerkrieg und die anderen innenpolitischen Probleme der Juden.
Nachdem sie den Thron bestiegen hatte, bat Isebel Ahab, den Kult des Herrn durch den der Götter des Libanons zu ersetzen.
Auch das war nichts Neues, und Elia diente, obwohl er über Ahabs Verhalten empört war, weiterhin dem Gott Israels und lebte nach den Gesetzen Moses.
