
„Man wird die Zwerge belohnen müssen", sagte sie zu sich. „Ich werde ihnen gestatten, in meinen Wäldern so viel Wild zu jagen und in meinen Flüssen so viel Fische zu fangen, wie sie wollen..." Die Geschichte alter Königs- und Kaiserreiche übersprang Arachna, ohne sie zu lesen.
„Das Königreich Theoms... Das Kaiserreich Ballanagars... Der mächtige Eroberer Agranat... Wer kümmert sich noch um diese längst versunkenen Schatten?" brummte sie vor sich hin.
Die Chronik begann sie erst dann zu interessieren, als vom Prinzen Bofaro die Rede war, der vor tausend Jahren im Westlichen Lande gelebt hatte. Bofaro wollte seinen Vater entthronen, weil dieser seiner Ansicht nach schon zu lange regierte.
Die böse Frau wunderte sich nicht über die Undankbarkeit des Königssohnes. Auch sie, Arachna, hatte seinerzeit ihrer Mutter alles weggenommen, was sie für den Hexenberuf brauchte. Nicht genug damit, hatte sie die Untertanen der Mutter, die Zwerge, aus der großen Welt in das Zauberland entführt und die hilflose Alte ihrem Schicksal überlassen. Arachna las aufmerksam, wie Bofaro und seine Anhänger, die zu ewiger Verbannung in das düstere unterirdische Reich verurteilt worden waren, sich dort einrichteten. Sie förderten Erz, und man nannte sie deshalb die Unterirdischen Erzgräber.
Gespannt las die Hexe, wie Bofaro, der erste König des Unterirdischen Reichs, vor seinem Tode alle seine Söhne - es waren sieben an der Zahl -zu Thronfolgern bestimmte, weil er keinen von ihnen kränken wollte. Sie erfuhr, wie nach seinem Ableben die Söhne der Reihe nach regierten, jeder einen Monat lang. Als sie schließlich las, welche Verwirrung daraus entstand, hüpfte sie vor Freude.
