
Wohin sollte er sich nun wenden? Es gab niemanden im ganzen Zauberland, den Urfin einen Freund hätte nennen können, es gab keinen Zufluchtsort für ihn. Sein bescheidenes Häuschen beim kleinen Dorf
Kogida hatte er verbrannt, als er auf Karfax' Rücken zu den Marranen aufbrach. Jetzt ging er mit leeren Händen und leeren Taschen einem ungewissen Schicksal entgegen. Alles, was er besessen hatte, war im Troß der Marranenarmee geblieben: Bettzeug, warme Kleidung, Waffen, Werkzeug...
Sollte er zurückkehren und um Nachsicht bitten? Natürlich würden die großmütigen Marranen ihm seine Habseligkeiten zurückgeben, doch würde er ihren Spott oder, was noch schlimmer war, ihr Mitleid ertragen können?...
Nein, das war ausgeschlossen! Urfin biß die Zähne zusammen und beschleunigte seinen Schritt. Nur fort, fort von hier', hämmerte es in seinem Kopf.
„Noch ist niemand im Zauberland Hungers gestorben!" dachte Urfin. "Auf den Bäumen gibt es Obst genug, und Laub für eine Hütte, in der sich übernachten läßt, kann ich mit den Händen sammeln..." Als er sich etwas beruhigt hatte, fiel ihm ein, daß im Hof seines abgebrannten Hauses ein Keller war, in dem er sein Tischlerwerkzeug aufbewahrt hatte: Äxte und Sägen, Hobel, Meißel und Bohrer. Es war anzunehmen, daß der Brand den Keller verschont hatte, und folglich mußte das Werkzeug noch daliegen. Daß die ehrlichen Käuer nichts angerührt hatten, stand außer Zweifel.
,,Ich war zweimal in meinem Leben Tischler und zweimal König gewesen", dachte Urfin mit einem schiefen Lächeln, „dann werde ich eben wieder Tischler, zum dritten und letzten Mal..." Er teilte seinen Entschluß der Eule mit, seiner einzigen Ratgeberin, und diese hieß ihn gut.
