Urfin wagte es nicht, der schlauen und bösen Eule seine neuen Gedanken und Gefühle mitzuteilen, denn er wußte, daß sie sie nicht billigen würde. Eines Tages um die Mittagszeit stand er wieder in seinem Hof. Vom abgebrannten Haus war nur ein regenfeuchter Kohlenhaufen übriggeblieben, doch der Keller war unversehrt und das Schloß ganz. Als er die Tür aufbrach und hineinschaute, sah er sein ganzes Werkzeug genau so daliegen, wie er es zurückgelassen hatte. Eine Träne rann über seinen stoppligen Bart...

,,Die braven Käuen!" seufzte er. „Erst jetzt verstehe ich, was das für gute Menschen sind... Oh, wie tief stehe ich in ihrer Schuld!" Schon unterwegs hatte Urfin beschlossen, sich möglichst weit weg von Kogida und näher zu den Weltumspannenden Bergen anzusiedeln.

,,Die Menschen sollen meine Verbrechen vergessen", dachte der ehemalige Herrscher des Zauberlandes. „Das wird schneller geschehen, wenn ich ihnen nicht beständig vor den Augen bin und möglichst weit wegziehe..." Bevor er seinen Hof verließ, wollte Urfin von den Beeten Abschied nehmen, die er so lange und mit so viel Liebe gepflegt hatte. Als er auf die Wiese hinter den Gartenzaun hinaustrat, gewahrte er mit Entsetzen ein ganzes Dickicht aus hellgrünen Pflanzen mit fleischigen langen Blättern und dornigen Stielen. „Da sind sie wieder!" stöhnte Urfin.

Er hatte sich nicht getäuscht: Es war die Pflanze, aus der er vor vielen Jahren das Lebenspulver gewonnen hatte. „Sind die Samen tief in der Erde aus ihrem langen Schlaf erwacht?" fragte sich Urfin. ,,Oder war es wieder der Wind, der sie hergeweht hat?" Er entsann sich, daß vor zwei Tagen ein Hagelsturm tobte, vor dem er unter einem Baum mit buschiger Krone Schutz gefunden hatte.



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