Danach machten sich Hunderte Zwerge, Ameisen gleich, am riesigen Körper der schlafenden Herrin zu schaffen. Sie hoben ihn mit Flaschenzügen und Hebeln auf den Wagen, brachten ihn in die Höhle und betteten ihn dort mit viel Mühe auf das Lager. Die Zwerge wußten nicht, wie lange Arachna schlafen würde, und deshalb sorgten sie dafür, daß alles bereitstehe für die Stunde ihres Erwachens. Am Kopfende des Lagers stand ein Faß mit Wasser, das oft ausgewechselt wurde, damit es nicht verderbe. Alle drei Tage wurden auf Spießen ein paar Ochsen gebraten, denn es bestand kein Zweifel, daß die Herrin beim Aufwachen Hunger verspüren würde. Da Fleisch aber nicht lange frisch bleibt, aßen es die Zwerge alle paar Tage selbst auf und ersetzten es jedesmal durch neues. Im Ofen lagen immer frische Semmeln. Um es kurz zu sagen: Wann immer die Hexe auch erwachen würde, sie sollte keinen Grund haben, sich über ihre Diener zu beklagen. Geschlechter von Zwergen lösten einander ab, die böse Hexe aber lag unverändert in ihrem Zauberschlaf. Hurrikap war nicht der Mann, der Beschwörungen in den Wind streute. Einmal in hundert Jahren, wenn das blaue Gewand Arachnas schon fadenscheinig war, spannen die kleinen Frauen Garn, webten Stoff daraus und nähten ein neues Kleid, das ihre Männer, die Zwerge, mit großer Mühe über den leblosen Körper der Hexe zogen.

Wie die unermüdlichen Wächter auf Sauberkeit in der Höhle achteten! Boden, Decke und Wände wurden täglich gefegt und jede Woche gewaschen. Mücken, Fliegen und Spinnen, die in die Höhle eindrangen, wurden erbarmungslos vernichtet, Mäuse und Ratten mit Schmach verjagt. Zu Häupten der Schlafenden hing ein Fächer, den ein Zwerg Tag und Nacht bewegte, damit die Luft um Arachna niemals stillstehe.



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