„Unsere Herrin erwacht!"

Kastaglio hatte recht. Das seltsame Gepolter hatte das Gähnen der erwachenden Hexe verursacht. Dem ersten Gähnen folgten ein zweites und dann noch eins, und von dem Gedröhn erloschen die restlichen Lichter, zerbrachen die kleinen Tische, Stühle und Bettchen der Zwerge und knackte es unheimlich in den Wänden der Höhle. Endlich war Arachna wach. Ein schlafender Mensch merkt nicht den Lauf der Zeit, und der Hexe schien es, als sei sie ebenerst den zahllosen Tieren entronnen, die der mächtige Hurrikap auf sie gehetzt hatte. Nur verstand sie nicht, wohin die Tiere verschwunden waren und warum sie, Arachna, auf dem Ruhelager in ihrer Höhle lag. Sie rief: „Hallo, ist jemand da? Er komme herein!"

Eine Schar Zwerge unter der Führung Kastaglios betrat zaghaft die Höhle und bahnte sich einen Weg durch die Trümmer. „Man hole Antreno!" befahl die Hexe. „Er soll mir erklären, was hier geschehen ist."

„Einen Mann dieses Namens kennen wir nicht, Herrin", wagte Kastaglio zu sagen. „In unserem Stamm ist schon lange niemand so genannt worden." „Habe ich denn so lange geschlafen?" fragte Arachna ungläubig. „Soweit menschliche Erinnerung reicht, hast du viele Jahrhunderte geruht, Herrin", sagte der alte Zwerg. „Wir wissen nicht, wann und wie du einschliefst und warum dein Schlaf so lange gedauert hat. Aber unsere Pflicht haben wir niemals vergessen und deine Ruhe haben wir abgehütet, so gut wir's konnten."

„Ich danke euch für eure treuen Dienste", brummelte Arachna. „Hoffentlich gebt ihr mir jetzt was zu essen, ich habe einen Mordshunger." Als Eßtisch diente Arachna ein hoher abgeplatteter Stein, der seit uralten Zeiten neben der Höhlenöffnung stand. Die Zwerge bestiegen ihn mit langen Leitern und zogen die Speisen mit Flaschenzügen hinauf, die geschickte Meister vor vielen Jahrhunderten gebaut hatten.



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