»Sind Sie ganz sicher?«

»Ich flehe Sie an!«

»Wohlan.«

Und Bourrienne eilte die kleine Treppe empor, die in das Kabinett des Ersten Konsuls führte.


2

Wie es dazu kam, dass die Freie und Hansestadt Hamburg Joséphines Schulden bezahlte

Als Bourrienne in das große Kabinett zurückkehrte, sah er den Ersten Konsul neben seinem Schreibtisch die Morgenpost lesen, die Bourrienne bereits geöffnet und vorbereitet hatte.

Bonaparte trug die Uniform eines Divisionsgenerals der Republik: blauer Rock ohne Epauletten mit einem einzelnen umlaufenden goldenen Lorbeerzweig, hirschlederne Kniehose, rote Weste mit breiten Aufschlägen und Stulpenstiefel.

Als er das Geräusch der Schritte seines Sekretärs vernahm, drehte er sich halb um. »Ah, Bourrienne, Sie sind es«, sagte er. »Ich habe nach Landoire geklingelt, damit er Sie ruft.«

»Ich war zu Madame Bonaparte gegangen, weil ich Sie dort wähnte, General.«

»Nein, ich habe im Paradeschlafzimmer übernachtet.«

»Hoho!«, sagte Bourrienne. »Im Bett der Bourbonen!«

»Meiner Treu, ja.«

»Und wie haben Sie darin geschlafen?«

»Schlecht; zum Beweis bin ich hier, ohne dass Sie mich wecken mussten. Das ist alles viel zu weich für mich.«

»Haben Sie die drei Briefe gelesen, die ich für Sie beiseitegelegt habe, General?«

»Ja, die Witwe eines Feldwebels der konsularischen Garde, der bei Marengo gefallen ist, bittet mich, die Patenschaft ihres Kindes zu übernehmen.«

»Was soll ich ihr antworten?«

»Dass ich annehme. Duroc wird mich vertreten; das Kind wird Napoléon heißen, und die Mutter erhält eine Leibrente von fünfhundert Francs, übertragbar auf ihren Sohn.«

»Und der, die im Glauben an Ihr Glück drei Zahlen für die Lotterie von Ihnen genannt haben will?«



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