
»Sie können sich nicht vorstellen«, erwiderte Bourrienne, »wie froh ich bin, dass Sie von sich aus dieses Thema zur Sprache bringen. Heute Morgen, als Sie mich bereits ungeduldig erwarteten, bat mich Madame Bonaparte genau darum, mit Ihnen über die missliche Lage zu sprechen, in der sie sich befindet.«
»Missliche Lage, Bourrienne! Was verstehen Sie darunter?«, fragte Bonaparte, der seinen Sekretär jetzt nicht mehr duzte.
»Ich verstehe darunter, dass ihr das Leben schwer gemacht wird.«
»Und durch wen?«
»Durch ihre Gläubiger.«
»Ihre Gläubiger! Ich dachte, ich hätte sie von ihren Gläubigern befreit.«
»Vor einem Jahr, ja.«
»Nun?«
»Nun, die Situation hat sich im Verlauf dieses Jahres grundlegend geändert. Vor einem Jahr war sie die Ehefrau des Generals Bonaparte, heute ist sie die Ehefrau des Ersten Konsuls.«
»Bourrienne, damit muss ein für alle Mal Schluss sein. Ich will nie wieder solche Dinge zu hören bekommen.«
»Das ist ganz meine Meinung, General.«
»Es darf kein anderer als Sie damit befasst sein, all diese Schulden zu bezahlen.«
»Ich könnte mir nichts Besseres wünschen. Geben Sie mir die erforderlichen Mittel, und die Sache wird im Handumdrehen erledigt sein, dafür lege ich die Hand ins Feuer.«
»Wie viel benötigen Sie?«
»Wie viel ich benötige? Nun, ja, hm...«
»Nun?«
»Nun! Das ist genau das, was Madame Bonaparte Ihnen nicht zu sagen wagt.«
»Wie! Was sie mir nicht zu sagen wagt? Und du?«
»Ich genauso wenig, General.«
»Du auch nicht! Dann muss es bodenlos sein!«
Bourrienne seufzte hörbar.
»Alles in allem«, fuhr Bonaparte fort, »wenn ich letztes Jahr die Schulden bezahlt habe und dir jetzt dreihunderttausend Francs gebe...«
