
Bonaparte setzte sich; seine Stirn verfinsterte sich.
Bourrienne blieb neben ihm stehen.
»Ich muss mit Ihnen über Joséphines Schulden sprechen.«
Bourrienne fuhr zusammen. »Sehr wohl«, sagte er. »Und wer hat Ihnen dazu geraten?«
»Die Stimme des Volkes.«
Bourrienne verbeugte sich, als verstehe er nicht ganz, wage aber nicht nachzufragen.
»Stell dir vor, Bourrienne« (wenn Bonaparte erregt war, kam es vor, dass er sich vergaß und seinen alten Kameraden duzte), »stell dir vor, ich habe mich mit Duroc unter die Leute gemischt, um zu hören, was geredet wird.«
»Und haben Sie viel Schlechtes über den Ersten Konsul zu hören bekommen?«
»Tatsächlich«, sagte Bonaparte lachend, »hätte ich fast Prügel bezogen, weil ich Schlechtes über ihn gesagt habe; ohne Duroc und die Hiebe, die er mit seinem Knüppel verteilt hat, wären wir wahrscheinlich festgenommen und der Polizeiwache von Château-d’Eau vorgeführt worden.«
»Aber das erklärt nicht, wie mitten unter den Lobreden auf den Ersten Konsul die Rede auf die Schulden Madame Bonapartes gekommen sein kann.«
»Mitten unter den Lobreden auf den Ersten Konsul wurden sehr wenig schmeichelhafte Dinge über seine Frau geäußert. Es hieß, Madame Bonaparte ruiniere ihren Mann mit ihren Toiletten, sie mache überall Schulden, das unscheinbarste ihrer Kleider koste hundert Louisdors und der schlichteste ihrer Hüte zweihundert Francs. Ich glaube kein Wort davon, Bourrienne, das weißt du; aber kein Rauch ohne Feuer. Letztes Jahr habe ich Schulden von dreihunderttausend Francs beglichen. Man hat sich darauf berufen, dass ich aus Ägypten kein Geld geschickt hatte. Schön und gut. Aber das hier ist eine andere Sache. Joséphine erhält von mir sechstausend Francs im Monat für ihre Toilette, und ich erwarte, dass sie damit auskommt. Mit übler Nachrede dieser Art wurde die arme Marie-Antoinette dem Volk verhasst gemacht. Du musst Joséphine zur Rede stellen, Bourrienne, und Ordnung in diese Geschichte bringen.«
