Als er Joséphine allein und in Tränen vorfand, wollte er sich zurückziehen. Joséphine aber, die Bourrienne gernhatte und wusste, dass sie sich auf ihn verlassen konnte, winkte ihn her und bat ihn, sich zu setzen.

Besorgt trat er näher.

»Madame«, sagte er, »ist dem Ersten Konsul vielleicht etwas zugestoßen?«

»Nein, Bourrienne, nein«, erwiderte Joséphine. »Es geht um mich, nicht um ihn...«

»Und worum, Madame?«

»Ach, mein lieber Bourrienne! Ich bin so unglücklich!«

Bourrienne konnte sich das Lachen nicht verbeißen. »Ich wette, ich weiß, worum es geht«, sagte er.

»Meine Lieferanten...«, stammelte Joséphine.

»Weigern sich, Sie weiterhin zu beliefern?«

»Ach! Wenn es weiter nichts wäre!«

»Sie sind doch nicht etwa so unverschämt zu erwarten, dass man sie bezahlt?«, fragte Bourrienne lachend.

»Sie drohen mir, mich gerichtlich zu verfolgen! Stellen Sie sich meine Ratlosigkeit vor, mein lieber Bourrienne, wenn Bonaparte eine gerichtliche Zahlungsaufforderung in die Hände fiele!«

»Das würden sie nie und nimmer wagen!«

»Ich weiß es leider besser.«

»Das kann ich nicht glauben.«

»Sehen Sie selbst!« Und Joséphine holte unter ihrem Kissen ein Blatt Papier mit dem Briefkopf der Republik hervor.

Es war eine gerichtliche Zahlungsaufforderung an den Ersten Konsul über den Betrag von vierzigtausend Francs, zahlbar für Handschuhe, geliefert an seine Ehefrau Madame Bonaparte.

Der Zufall hatte die Mahnung von ihrem Empfänger abgelenkt und der Ehefrau in die Hand gespielt. Sie war im Namen einer Madame Giraud erhoben.

»Zum Teufel!«, sagte Bourrienne. »Damit ist nicht zu spaßen! Haben Sie Ihrem gesamten Hofstaat erlaubt, sich bei dieser Dame auszustatten?«

»Nein, mein lieber Bourrienne. Diese Handschuhe für vierzigtausend Francs waren nur für mich.«



7 из 1210