Duny richtete sich langsam auf und schaute sich um. Nach einer kleinen Weile begann er zu sprechen, und seine Kräfte und sein Hunger kehrten zurück. Sie gaben ihm ein wenig zu trinken, und er legte sich wieder zurück, ohne seine dunklen, fragenden Augen von dem Fremden zu wenden.

Der Bronzeschmied wandte sich zu dem Fremden: »Sie sind kein gewöhnlicher Mann.«

»Noch wird Ihr Junge ein gewöhnlicher Mann sein«, sprach der Fremde. »Die Geschichte mit dem Nebel drang bis nach Re Albi, wo ich wohne. Ich kam hierher, um ihm seinen Namen zu geben, falls er, wie man mir berichtete, noch nicht das Fest der Namensgebung begangen hat.«

Das Zauberweib flüsterte ihrem Bruder zu: »Bruder, das muß Ogion der Schweigsame sein, der Magier von Re Albi, der, der damals das Erdbeben bezwungen…«

»Mein Herr«, sagte der Bronzeschmied, der sich von großen Namen nicht einschüchtern ließ, »mein Sohn wird nächsten Monat 13 Jahre alt, und wir planten, seine Aufnahme in die Gemeinschaft der Erwachsenen am Fest der Wintersonnenwende abzuhalten.«

»Gebt ihm seinen Namen, so bald es geht«, antwortete der zauberkundige Mann, »denn er wird ihn bald nötig brauchen. Ich habe jetzt anderes zu tun, aber ich komme zurück an dem Tag, den ihr gewählt habt. Und wenn es euch recht ist, nehme ich ihn mit mir, wenn ich wieder fortgehe. Und wenn er sich bewährt, werde ich ihn als meinen Lehrling behalten und werde dafür sorgen, daß er richtig ausgebildet wird, wie es seinen Gaben entspricht. Denn es ist gefährlich, den Geist eines zur Magie Geborenen im Dunkeln zu lassen.«

Ogion sprach ruhig und freundlich, aber mit Überzeugung, so daß selbst der eigensinnige Schmied mit allem einverstanden war.

An Dunys 13. Geburtstag, einem sonnigen Tag im frühen Herbst, als die Bäume noch im Schmuck ihrer bunten Blätter standen, kehrte Ogion von seinen Wanderungen über den Berg Gont ins Dorf zurück.



15 из 202