
Man konnte keine Waffenwunde an Duny finden, und doch wollte er weder sprechen noch essen, noch schlafen, und wenn man mit ihm sprach, so schien er nicht zu hören, und diejenigen, die zu ihm kamen, schien er nicht zu erkennen. Niemand in der Gegend war der Zauberei so kundig, daß er Duny von seinem Übel hätte befreien und ihm helfen können. Die Tante sagte: »Er hat seine ganze Kraft verausgabt«, aber es lag nicht in ihrer Macht, ihm zu helfen.
Während Duny in der Dunkelheit lag und nicht wußte, was um ihn herum vorging, verbreitete sich die Kunde von dem Jungen, der Nebel wob und den kargischen Kriegern mit ein paar gruseligen Schatten Angst einjagte, bis hinunter ins Nordtal und hinüber in den Ostwald und hinauf auf den Berg und die andere Seite wieder hinunter bis zum großen Hafen von Gont. So kam es, daß fünf Tage nach dem Gemetzel an der Armündung ein Fremder nach Zehnellern kam, der weder jung noch alt war, einen langen Umhang trug, barhäuptig ging, und einen Eichenstab, so groß wie er selbst, leicht in der Hand hielt. Er kam nicht von unten herauf, entlang der Ar, wie die meisten Leute, sondern er kam aus den Wäldern des oberen Berghanges. Den Dorfbewohnern blieb nicht verborgen, daß er ein Zauberer war, und als er ihnen sagte, daß er alles heilen könne, führten sie ihn sofort zum Haus des Schmieds. Nachdem er alle hinausgeschickt hatte, nur der Vater Dunys und die Tante durften dableiben, beugte er sich über den Jungen, der wie bewußtlos dalag und ins Dunkle starrte. Er legte seine Hand auf die Stirn des Knaben und berührte ganz kurz seine Lippen.
