Tief atmend stützte er sich an einem Baum und senkte den Kopf.

»Zu dumm«, murmelte er. »Immer das Herz! Ich muß doch mal zu einem Facharzt gehen. So eine blöde Hitze - das hält das stärkste Herz nicht aus!«

Den Brustkorb in tiefem Atem dehnend, lehnte er einen Augenblick an den Baum und schloß die Augen. In seinem Kopfe schwankte es, er fühlte sich schlapp, unendlich müde, und dieser schwere Druck im Hinterkopf fühlte sich an wie eine kaum überstandene Betäubung. Eine prickelnde Übelkeit kletterte in seiner Brust empor und würgte in der Speiseröhre ... ein Brechreiz machte sich bemerkbar und ließ ihn heftig schlucken.

»Zu blöd«, murmelte van Brouken. »Zu blöd! Wird doch wohl kein Sonnenstich sein?! Woher bloß dieser Druck im Kopf kommt?! Das darf Antje gar nicht wissen, sonst ist der Teufel los und der Arzt Stammgast!«

Er drückte den Kopf an die rauhe Rinde des Baumes und wartete, bis der Anfall sich legen würde. Mit geschlossenen Augen, leicht schwankend, stand er da.

Ein junges Mädchen blieb erstaunt stehen, sah sich um, zögerte einen Augenblick und kam dann zurück.

»Ist Ihnen unwohl?« fragte es besorgt und berührte leicht den schwankenden Mann.

»Ein wenig«, antwortete van Brouken mit schwerer Zunge. »Nur ein wenig, mein Fräulein. Ich danke Ihnen. Die Hitze bekommt mir nicht.«

»Kann ich etwas für Sie tun?« fragte es und trat näher. »Soll ich Ihnen Wasser holen, oder einen Arzt? Um die nächste Ecke wohnt ein Doktor. Am besten ist, Sie setzen sich. Dort steht ja eine Bank.«

Pieter van Brouken nickte. Sein glattes Beamtengesicht war blaß und ein wenig verzerrt. »Eine Bank, das ist sehr gut«, murmelte er. »Bitte, führen Sie mich hin. Meine Beine sind plötzlich so gefühllos - ich kann nicht auftreten ... allein könnte ich stürzen ...«



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