Ich sollte von nun an nicht bloß nur einen Teil meiner Bedürfnisse von dem zugewiesenen Einkommen decken, sondern alle. Deshalb wurde meine Rente vergrößert. Der Vater zahlte sie mir von nun an auch nicht mehr monatlich, sondern vierteljährlich aus, um mich an größere Zeitabschnitte zu gewöhnen. Sie mir halbjährlich oder gar nach ganzen Jahren einzuhändigen wollte er nicht wagen, damit ich doch nicht etwa in Unordnungen geriete. Er gab mir nicht die ganzen Zinsen von der Erbschaft des Großoheims, sondern nur einen Teil, den andern Teil legte er zu der Hauptsumme, so daß mein Eigentum wuchs, wenn ich auch von meiner Rente nichts erübrigte. Als Beschränkung blieb die Einrichtung, daß ich in dem Hause meiner Eltern wohnen und an ihrem Tische speisen mußte. Es ward dafür ein Preis festgesetzt, den ich alle Vierteljahre zu entrichten hatte. Jedes andere Bedürfnis, Kleider, Bücher, Geräte oder was es immer war, durfte ich nach meinem Ermessen und nach meiner Einsicht befriedigen.

Die Schwester erhielt auch Befugnisse in Hinsicht ihres Teiles der Erbschaft des Großoheims, in so weit sie sich für ein Mädchen schickten.

Wir waren über diese Einrichtung sehr erfreut und beschlossen, nach dem Wunsche und dem Willen der Eltern zu verfahren, um ihnen Freude zu machen.

Ich ging, nachdem ich in den verschiedenen Zweigen der Kenntnisse, die ich zuletzt mit meinen Lehrern betrieben hatte und welche als allgemein notwendige Kenntnisse für einen gebildeten Menschen gelten, nach mehreren Richtungen gearbeitet hatte, auf die Mathematik über. Man hatte mir immer gesagt, sie sei die schwerste und herrlichste Wissenschaft, sie sei die Grundlage zu allen übrigen, in ihr sei alles wahr, und was man aus ihr habe, sei ein bleibendes Besitztum für das ganze Leben. Ich kaufte mir die Bücher, die man mir riet, um von den Vorkenntnissen, die ich bereits hatte, ausgehen und zu dem Höheren immer weiter streben zu können.



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