
Links von uns, vor einer Wand, erwacht die Pianistin zum Leben und klatscht Notenblätter auf den hölzernen Ständer. Miss Birdie hält sich für eine Art politische Analytikerin, und gerade als sie anfängt, sich über eine geplante Anhebung der Mehrwertsteuer auszulassen, hämmert die Pianistin auf die Tasten ein.»America the Beautiful«, glaube ich. Hingebungsvoll spielt sie mit voller Lautstärke die einleitenden Takte, und die Gruftis greifen nach ihren Gesangbüchern und warten auf die erste Strophe. Miss Birdie läßt sich keinen Takt entgehen. Jetzt ist sie die Chordirigentin. Sie hebt die Hände und klatscht, um Aufmerksamkeit zu heischen, dann, bei den Eröffnung stakten der ersten Strophe, schwenkt sie sie in alle Richtungen. Die dazu imstande sind, erheben sich langsam.
Bei der zweiten Strophe geht die Lautstärke des Gesangs erheblich zurück. Der Text ist nicht so vertraut, und die meisten dieser armen Seelen können nicht weiter sehen als bis zu ihrer Nase, deshalb sind die Gesangbücher nutzlos. Boscos Mund ist plötzlich geschlossen, aber er summt laut zur Decke hinauf.
Das Klavier verstummt ganz plötzlich, weil die Noten vom Ständer fallen und auf dem Fußboden landen. Ende des Liedes. Sie starren die Pianistin an, die in der Luft herumfuchtelt und sich dann bückt, um nach den Blättern zu tasten, die um ihre Füße herumliegen.
«Danke!«schreit Miss Birdie ins Mikrofon, als alle plötzlich wieder auf ihre Sitze zurücksinken.»Danke. Musik ist etwas Wundervolles. Lasset uns Gott danken für schöne Musik.«
«Amen«, dröhnt Bosco.
