
Seine Füße waren sauber, er hatte extra für den Trauergottesdienst gebadet. Die zweite Garnitur wollener Unterwäsche, die eher grau war als weiß, hing zum Trocknen auf einer quer durch die Hütte gespannten Leine.
Shaman schüttelte den Kopf, als Alden ihm den Krug anbot. Er setzte sich auf den einzigen Holzstuhl und sah Alden beim Essen zu. »Wenn’s nach mir gegangen war’, hätt’ ich Pa auf unserem Land am Flussufer beerdigt.«
Alden schüttelte den Kopf. »Das hätte sie nie zugelassen. War’ doch viel zu nah am Grab dieser Indianerin gewesen. Bevor die... getötet wurde«, sagte er vorsichtig, »haben die Leute über die beiden geredet. Deine Ma war furchtbar eifersüchtig.«
Shaman hätte gern Genaueres über Makwa, seine Mutter und seinen Vater erfahren, aber es erschien ihm nicht recht, mit Alden über seine Eltern zu reden. So winkte er nur zum Abschied und verließ die Hütte. Es dämmerte, als er zum Fluss hinunterging, zu den Ruinen von Makwa-ikwas hedonoso-te. Das eine Ende des Langhauses war noch intakt, doch das andere war eingestürzt, die Stämme und Zweige verrottet - ein Paradies für Schlangen und Nagetiere. »Ich bin wieder da«, sagte er.
Er konnte Makwas Anwesenheit spüren. Sie war schon lange tot, und er fühlte noch immer ein Bedauern, das freilich angesichts der Trauer über seinen Vater verblasste. Er suchte Trost, doch alles, was er spürte, war Makwas entsetzlicher Zorn, den er so deutlich wahrnahm, dass sich ihm die Nackenhaare sträubten. Nicht weit von der Ruine entfernt war ihr Grab, ohne Stein, doch sorgfältig gepflegt, das Gras geschnitten, der Rand bepflanzt mit wilden gelben Taglilien, die von einer nahe gelegenen Stelle am Flussufer stammten. Grüne Sprossen stachen bereits durch die nasse Erde. Er wusste, dass es nur sein Vater gewesen sein konnte, der sich um das Grab gekümmert hatte, und er kniete sich hin und riss das Unkraut zwischen den Taglilien heraus.
