Als er heimkam, war das Haus leer, und der Eierkorb hing nicht an seinem Haken, was bedeutete, dass seine Mutter im Hühnerstall war. Er ging ihr nicht nach. Bevor er die Arzttasche an ihren Platz neben der Tür zurückstellte, untersuchte er sie, als sähe er sie zum erstenmal. Das Leder war abgenutzt, doch es war solides Rindsleder, das ewig halten würde. Die Instrumente, Verbände und Arzneien lagen darin, wie sein Vater sie eigenhändig eingeordnet hatte, sauber, übersichtlich und so, dass er stets für alles gerüstet war.

Shaman ging ins Arbeitszimmer und fing an, die Habseligkeiten seines Vaters methodisch zu inspizieren. Er wühlte in den Schreibtischschubladen, öffnete die lederne Truhe und teilte alles in drei Gruppen: für seine Mutter all die Kleinigkeiten, die für sie persönlichen Wert haben mochten, für Bigger das halbe Dutzend Pullover, die Sarah Cole aus hauseigener Wolle gestrickt hatte, damit sie den Doktor bei kalten Nachtfahrten warm hielten, dazu die Angel- und Jagdausrüstung des Vaters und einen Schatz, der so neu war, dass Shaman ihn zum erstenmal sah: einen 44er Colt Texas Navy Revolver mit gezogenem Neun-Zoll-Lauf und dunklen Nußbaumgriffschalen. Die Waffe war eine Überraschung und ein Schock. Zwar hatte sein pazifistischer Vater sich am Ende dazu durchgerungen, die Truppen der Union zu behandeln, doch nur unter der deutlich ausgesprochenen Bedingung, dass er als Nichtkämpfer keine Waffe tragen würde. Warum hatte er sich dann diesen offensichtlich teuren Revolver gekauft? Die medizinischen Bücher, das Mikroskop, die Arzttasche und der Vorrat an Kräutern und Medikamenten standen Shaman zu. In der Truhe fand er unter dem Mikroskopkasten eine Sammlung Bücher, broschierte Bände aus gutem Schreibpapier. Als er sie durchsah, erkannte Shaman, dass es sich um das lebenslange Tagebuch seines Vaters handelte.



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