
Urfin wußte nun, daß man mit dem Pulver vorsichtig umgehen müsse. Er beschloß, von
jetzt an nicht alles wahllos zu beleben, was ihm unter die Hände kam.
Im Zimmer sah es wüst aus: Tisch, Stühle und Geschirr lagen zerbrochen umher, in der
Luft wirbelten die Daunen eines aufgeschlitzten Kissens.
Wütend fuhr Urfin die Eule an:
„Warum hast du mich vor dem Geweih nicht gewarnt?"
Worauf der rachsüchtige Vogel erwiderte:
„Guamokolatokint hätte dich gewarnt, Guamoko konnte es nicht, weil sein Scharfsinn nicht ausreichte."
Urfin beschloß, mit der Eule ein andermal abzurechnen. Jetzt wollte er im Zimmer aufräumen. Sein Blick fiel auf einen hölzernen Clown, den er einmal geschnitzt hatte und den niemand kaufte, weil er eine schreckliche Fratze mit scharfen, gefletschten Zähnen hatte.
„Du wirst doch nicht so wild sein wie das Geweih?" sagte Urfin und streute etwas Pulver auf die Figur.
Dann stellte er das Spielzeug auf den Tisch, setzte sich auf einen Hocker und begann zu dösen. Ein heftiger Schmerz riß ihn hoch: Der Clown hatte Urfin in den Finger gebissen. „Auch du, Lump?!" brüllte der Tischler und schleuderte den Clown in die Ecke. Dieser erhob sich, kroch hinter eine Truhe und begann dort vergnügt die Hände und Beine zu bewegen und mit dem Kopf zu wackeln.
Urfin saß vor seiner Tür und hörte, wie sich der Bär und Guamoko im Zimmer stritten. „Eule, du liebst unseren Herrn nicht", brummte der Bär. „Hast absichtlich geschwiegen, als er das Geweih lebendig machte, obwohl du wußtest, wie gefährlich das ist . . . Hinterlistig bist du, ich hab viele von deiner Sorte gesehen, als ich noch im Walde lebte. Aber wart, du sollst mich noch kennenlernen ...!"
