
„Tra-la-la?" höhnte die Eule auf ihrer hohen Stange. „Du denkst wohl, ich hab Angst vor dir, du hohler Schwätzer!"
„Ja, ich bin hohl, da hast du recht", gab das Fell zerknirscht zu. „Ich werd aber den Herrn bitten, mich mit Sägespänen auszustopfen, denn ich bin zu leicht und finde keinen Halt beim Gehen. Ein Hauch kann mich umwerfen ..."
,Eine gute Idee', dachte Urfin, ,ich werd's wohl tun müssen, der Bär hat recht!' Als es im Zimmer immer lauter wurde, herrschte Urfin die Zankenden an: „Jetzt schweigt aber, ihr Schreihälse!"
Eingeschüchtert, setzten die beiden ihren Streit nun im Flüsterton fort. Urfin schmiedete Zukunftspläne. Ihm gebühre jetzt eine höhere Stellung im Blauen Lande, sagte er sich. Er wußte aber, daß die Käuer nach Gingemas Tod einen ehrwürdigen Alten, Prem Kokus, zu ihrem Herrscher gewählt hatten, unter dessen Regierung das Volk froh und frei lebte.
Urfin trat ins Zimmer und begann auf und ab zu gehen. Die Eule und der Bär schwiegen, während der Tischler vor sich hin murmelte:
„Warum ist eigentlich Prem Kokus Herrscher der Käuer geworden? Ist er vielleicht klüger
als ich? Oder ein so geschickter Handwerker wie ich? Oder ist seine Haltung etwa so
majestätisch wie die meine?" Urfin reckte sich, schob die Brust heraus und blies die
Wangen auf. „Nein, dem Prem Kokus bin ich weit überlegen!"
Der Bär nickte beflissen.
„Richtig, Herr, du siehst majestätisch aus'."
„Dich hab ich nicht gefragt!" brüllte Urfin und fuhr fort: „Prem Kokus ist freilich viel reicher als ich: Er besitzt große Felder, auf denen viele Menschen arbeiten.
